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Tourismus

 







Editorial
Die Elite verlässt das Land
Vorsicht Ungeziefer
Auf Matrose ohe...
Der Absolvent in der Warteschleife
Global denken, lokal handeln

Global denken, lokal handeln

Text: Thomas Sommer, Foto: Andrea Sommer



In unserer modernen Zeit leiden immer mehr Menschen unter Hektik und Stress. Die ständige Erreichbarkeit via Internet, Handy und Co. macht immer mehr Menschen krank. Abhilfe kann jedoch schnell und einfach geleistet werden. Nach Angaben vieler Sportwissenschaftler ist Wandern ein guter und vor allem einfacher Ausgleich zum täglichen (Arbeits-)Stress. Doch keine Angst, Wandern ist schon längst kein reiner Seniorensport mehr. Das Bild des typischen Wanderers hat sich in den letzten Jahren von Grund auf gewandelt. „In den vergangenen fünf bis acht Jahren haben wir gesehen, dass der durchschnittliche Wanderer deutlich jünger geworden ist“, so der Geschäftsführer des Europäischen Tourismus-Instituts in Trier, Professor Heinz-Dieter Quack. Außerdem sei die volkswirtschaftliche Bedeutung des Wanderns in den letzten Jahren immens gestiegen.

Genau diese Aspekte waren es auch, die Dr. Rainer Brämer von der Universität Marburg und Thomas Weber, Tourismusdirektor des Schmallenberger Sauerlandes, Ende 1997 dazu veranlassten, den Arbeitskreis Rothaarsteig zu gründen. Ihr Ziel war und ist es, mit dem Steig etwas völlig Neues zu schaffen: Einen durchgestalteten und konsequent durchdachten Top-Wanderweg für ein neues Wanderpublikum. Doch bis zur Umsetzung dieses ehrgeizigen Projekts sollte es noch einige Zeit dauern. 

Am 06. Mai 2001 war es dann endlich soweit. Der Rothaarsteig wurde eröffnet. Für Thomas Weber und die zahlreichen Helfer haben sich die Mühen mehr als gelohnt. Der Steig sucht seinesgleichen. Als erster Fernwanderweg Deutschlands wurde er mit dem Deutschen Wandersiegel ausgezeichnet. Eine beachtliche Leistung, bedenkt man, dass in Deutschland knapp 300.000 wanderbare Kilometer um die Gunst der Wanderer buhlen. Geprüft wurden: Abwechslungsreichtum der Wegeführung, der natürliche Bodenbelag, Naturnähe, Stille und vieles mehr. Die Auszeichnung wurde mit Bravour bestanden. Bestätigen können das immer mehr Rothaarsteiger. Nach Recherchen des Wandermagazins nehmen jährlich mehr als 100.000 Wanderer den Rothaarsteig unter ihre Füße und die Tendenz zeigt deutlich nach oben.

Der Rothaarsteig verläuft durch die waldreichste Mittelgebirgslandschaft Deutschlands, das südwestfälische Rothaargebirge, das Lahn-Dill-Bergland und den Westerwald. Damit der Wanderer inmitten einer atemberaubenden Natur nicht verloren geht, haben sich die Macher eine Markierung einfallen lassen, die mittlerweile zum Markenzeichen einer ganzen Region geworden ist. Ein liegendes R in weiß auf rotem Grund führt den Naturfreund sicher über den Weg der Sinne. Ansonsten stehen dem Wanderer aber auch die Rothaarsteig-Ranger gerne mit Rat und Tat zur Seite. Im Auftrag der Landesforstverwaltung kümmern sie sich um den Schutz des Waldes und seiner Bewohner. Besonderes Erkennungszeichen ist ihr großer Hut. Eben ganz so wie ihre Vorbilder aus den Nationalparks der USA.

Am 13. August feierte das länderübergreifende Projekt in der Niedersfelder Hochheide nun schon seinen fünften Geburtstag. Mittlerweile ist der Steig aus seinen Kinderschuhen gewachsen. „Vor ein paar Jahren konnten wir uns noch nicht vorstellen, wie gut der Rothaarsteig ankommt.“, so der Gründer der ersten Stunde, Thomas Weber in seiner Rede zur Jubiläumsfeier. Für Werner Eickler, Bürgermeister der Stadt Winterberg ist klar, dass der Rothaarsteig zu einem wichtigen Jobmotor in der Region geworden ist. „Er hat Arbeitsplätze geschaffen und sichert diese auch.“, so Eickler.

Bernd Abeln, Staatssekretär im hessischen Wirtschaftsministerium, kann diese Einschätzung nur bestätigen. „Wir haben eine Bewegung aufgegriffen, die Zukunft hat.“, so Abeln. Der Politiker macht außerdem darauf aufmerksam, dass der Rothaarsteig mit einem R beginnt und damit aus Rothaarsteig, Rennsteig und Rheinhöhenweg eine eigene Marke entstanden sei. Hinter der Bezeichnung „RRR“ verberge sich das neue Wandern in Deutschland. Zum Ende seiner Rede schärft Staatssekretär Abeln den Verantwortlichen und Mitarbeitern des Rothaarsteigs noch ein: „Der Steig bleibt eine Daueraufgabe.“ Eine Bürde, die sicherlich gerne in Kauf genommen wird.  

Happy Birthday Rothaarsteig:
Imperssionen
 

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