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Wer hat
in seiner Schulzeit nicht davon geträumt? Eine Sprache lernen in
nur wenigen Wochen. Ohne jahrelanges und stupides Vokabelpauken! Ein
Wunschgedanke, der den hiesigen Englisch- und Französischlehrern
wohl bekannt sein dürfte und von diesen in der Regel als eine natürliche
Abwehrreaktion lernfauler Pennäler angesehen wird. Noch unmöglicher
scheint diese kühne Behauptung bei einer Sprache, die oftmals als
die schwierigste der Welt bezeichnet wird. Chinesisch. Doch genau
dies behauptet das in Bochum ansässige Landesspracheninstitut
Nordrhein-Westfalen (LSI).
In
nur drei Wochen kann man hier, ohne jegliche Vorkenntnisse, die
chinesische Hochsprache (Mandarin) so erlernen, dass man sich im
Reich der Mitte eigenständig bewegen und unterhalten kann. Alltägliche
Dinge, wie zu essen und zu trinken bestellen, nach dem Weg fragen
oder sich mit Einheimischen über das Wetter unterhalten, sind nach
drei Wochen ganztägigen Unterrichts das erklärte Lernziel der
chinesisch- und deutschsprachigen Sprachlehrer. Natürlich reicht
der Grundkurs, in dem den Teilnehmern rund 800 Vokabeln der
Gegenwartssprache Chinas vorgestellt werden, nicht dazu aus, um mit
den Chinesen ohne Dolmetscher Geschäfte zu machen. Doch wer seinen
chinesischen Geschäftspartner in der Landessprache zu einem
Abendessen einladen kann, der macht sicherlich einen positiven
Eindruck und sorgt ganz nebenbei für eine entspannte Atmosphäre.
Doch
wie ist ein solches Lernziel zu erreichen? Man verzichtet in Bochum
einfach auf die chinesische Schrift und konzentriert sich ganz auf
die Sprache. In der Tat ist es so, dass selbst Chinesen oftmals
viele Jahre benötigen um die komplexen Schriftzeichen zu erlernen.
In China benutzt man statt das uns bekannte Alphabet eine Art
Wortschrift. Um eine chinesische Tageszeitung lesen zu können muss,
man rund 5.000 solcher Schriftzeichen kennen. Die gesprochene
Sprache kann hingegen viel leichter und vor allem schneller erlernt
werden.
Genau
aus diesem Grund lassen sich auch immer mehr Fach- und Führungskräfte
der Wirtschaft, Medienvertreter, Entwicklungsexperten und sogar
Diplomaten am LSI in die Geheimnisse einer Sprache einweihen,
die von einem Viertel der Menschheit gesprochen wird.
Wer
nach dem dreiwöchigen Bochumer Grundkurs Lust auf Mehr bekommen
hat, der kann sein Wissen in den zahlreichen Aufbaukursen ausbauen
oder ganz einfach und bequem von zu Hause aus weiter an seinen
Sprachfertigkeiten feilen. Eine gute Möglichkeit dafür bietet der
hochgelobte und als Podcast im Internet abzurufende Chinesepod.com.
Der tägliche und darüber hinaus kostenlose Podcast auf Mandarin
kann wahlweise um Texte, Vokabel- und Grammatikübungen im Abo
erweitert werden. Gegründet wurde die virtuelle Sprachschule
von Ken Carroll, einem irischen Sprachlehrer aus Shanghai. Diese
neue und recht unkonventionelle Lernmethode kommt an. Chinesepod
erreicht bisher rund 120.000 Hörer pro Woche und eignet sich
besonders zur unkomplizierten und kostengünstigen Auffrischung
eingerosteter Chinesischkenntnisse.
Derlei
gut gerüstet, dürfte dem privaten und geschäftlichen Start im
Reich der Mitte nichts mehr im Wege stehen.
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