polinomics - No. 2: China ante portas / Editorial von Thomas Sommer
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No. 2: China ante portas  
   
 

Editorial


Thomas Sommer,
Herausgeber und Chefredakteur

"C
hina ist ein schlafender Drache, lasst ihn schlafen, denn wenn er sich erhebt, erzittert die Welt." Diese Warnung stammt nicht von westlichen Besitzstandswahrern oder Globalisierungsgegnern unserer Zeit. Nein. Diese Warnung stammt von niemand geringerem als dem großen französischen Kaiser und Eroberer, Napoleon Bonaparte, und ist fast 200 Jahre alt. 

Mittlerweile ist das Reich der Mitte erwacht und lässt die Welt tatsächlich erzittern. Jedoch, anders als von Napoleon befürchtet, erwacht das Land nicht zu einem kriegerischen Aggressor, sondern schickt sich an, die Weltwirtschaft aus seinen gewohnten Bahnen zu werfen. Bei der Betrachtung einiger Eckdaten kann dem "alten Europa"  tatsächlich ein wenig schwindlig werden. Schließlich ist China in vielerlei Hinsicht ein Land der Superlative. Mit rund 9,6 Millionen km² ist die Volksrepublik nach Russland und Kanada das drittgrößte Land der Welt, das nach Zählungen des National Bureau of Statistics of China (NBS) von 1,31 Milliarden Menschen bewohnt wird. China ist Heimat von 56 verschiedenen Nationalitäten. Die Bevölkerung der Han ist dabei mit über 90% der Gesamtbevölkerung die größte Gruppe. Der Yangtse ist mit einer Gesamtlänge von 6.300 km nicht nur der längste Fluss des Landes, sondern, nach Nil und Amazonas, auch der drittlängste Fluss der Welt. Wer meint, der Grand Canyon sei gewaltig, der kennt nicht die Schlucht, die vom Fluss Yarlung Zangbo in das tibetische Plateau eingeschnitten wurde. Mit einer Länge von 504,6 km und einer Tiefe von bis zu 6009 m ist sie die größte Schlucht der Welt. Ein wahrlich beeindruckendes Land. 

Beeindruckend ist jedoch auch das enorme Wirtschaftswachstum Chinas, das sich mittlerweile bis in die letzten Winkel der Erde herumgesprochen hat. Schon seit Jahren steigt das BIP der Volksrepublik um bis zu 10%. Hunderte Millionen von potentiellen Konsumenten warten nur darauf, am Wirtschaftsleben teilhaben zu können und sind bereit, so gut wie alles dafür zu tun. Kein Wunder also, dass immer mehr westliche (und vor allem auch deutsche) Unternehmen versuchen, im Boomland China Fuß zu fassen, um ein Stück des großen Kuchens zu ergattern. Für die Wirtschaft steht eines schließlich fest: China ante portas.

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen

Thomas Sommer     


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© Thomas Sommer 2006