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Um den
Handel in China auch nur annähernd zu beschreiben, muss man sich
vorab einen kleinen Überblick über dieses riesige Land machen. Nicht
nur die sicherlich bekannte Einwohnerzahl von 1,3 Milliarden
beeindruckt, sondern auch die Landfläche, die mit 9,5 Millionen
Quadratkilometern fast 27mal so groß wie Deutschland ist. Auf dieser
großen Fläche unterteilt sich das Land in verschiedene Klima- und
Vegetationszonen. Diese reichen vom typischen Kontinentalklima im
Westen und Norden bis zu subtropischem Klima im Süden. Ein Großteil
der Bevölkerung (etwa 90%) lebt in dicht besiedelten Gebieten im
Osten der VR China. In Zentral- und Westchina ist die Bevölkerungsdichte
sehr gering.
Der wirtschaftliche Aufschwung Chinas begann in den 70er Jahren des
letzten Jahrhunderts. Durch den Beitritt Chinas zur World Trade
Organisation im Jahr 2001 wurde dieser lang anhaltende Trend unterstützt.
Das zukünftig erwartete Wachstum liegt bei 7% pro Jahr, wobei die
Statistiken in China, wie in vielen anderen Entwicklungsländern, mit
Vorsicht zu genießen sind. Am Aufschwung und der Versorgung mit
Handelswaren partizipieren hauptsächlich die Bewohner in den große
Städten und ihren Einzugsgebieten im Osten des Landes. In den dünn
besiedelten Regionen in Zentralchina ist die Entwicklung noch deutlich
zurückgeblieben, was sich auch in der Versorgung und der Struktur des
Handels wiederspiegelt. Das, durch die Einwohnerzahl, gegebene
Potential Chinas als weltgrößter Handelsmarkt, beschränkt sich
zurzeit auf die dicht besiedelten Gebiete. Der gesamte Handelsmarkt
ist daher auch noch sehr stark fragmentiert. Der Anteil der großen
Handelskonzerne ist sehr gering. Während in Deutschland der
Umsatzanteil der fünf größten Handelskonzerne bei 70,9% liegt, beträgt
dieser Anteil in China nur 5%. Der Großteil des Umsatzes und der Bevölkerungsversorgung
wird durch kleine Familienunternehmen gewährleistet. Allerdings wird
eine weitere Konzentration erwartet, da die Möglichkeiten für ausländische
Kapitalgeber in den vergangenen Jahren verbessert wurden. Außerdem
lockt das große Potential des Landes selbstverständlich
internationale Unternehmen an. Gerade die geringe Aufteilung des Marktes,
das erwartete Wirtschaftswachstum und die große absolute Zahl an
Einwohnern weckt die
Interessen der großen Unternehmen.
Die Einwohnerzahl Chinas wird sich durch die restriktive
Geburtenkontrolle voraussichtlich nur bis 2030 positiv entwickeln und
dann sinken. Die Ein-Kind-Ehe ist in China selbst zwar umstritten,
aufgrund der fehlenden Demokratie wird eine mittelfristige Änderung
dieses Gesetzes allerdings nicht erwartet. Die politische Führung möchte
damit der Überbevölkerung vorbeugen. In Verbindung mit der
verbesserten Gesundheitsversorgung wird dies zu einer verstärkten
Alterung der Gesellschaft und den damit verbundenen Problemen führen.
Bei gleichzeitigem anhaltendem Wirtschaftswachstum wird das
Pro-Kopf-Einkommen steigen und den Konsum unterstützen. Die
Entwicklung des Landes zeichnet sich auch in der Verteilung der
Konsumausgaben ab. Während die bisherige Konzentration des Konsums
auf Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs bestand, findet
nun ein Wechsel zu höherwertigen Produkten, Services und
Dienstleistungen statt. Hier sei noch mal erwähnt, dass dies hauptsächlich
für die großen Städte im Osten des Landes gilt. Eine zunehmende
Migration der Landbevölkerung in die Millionenstädte an der Küste
wird diese Tendenzen weiter verstärken.
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