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No.3: Wettbewerb im Praxistest
 

Gesundheit

 

Gesunde Kassen, Kranke Kassen - Krankenkassen

Text: A. Strube


Der Ursprung unserer heutigen Krankenkassen liegt bereits im 19. Jahrhundert und wurde 1883 durch die Sozialgesetzgebung von Bismarck eingeführt. Das Programm war nicht nur ein Sicherungssystem für die breite Arbeiterschaft, die Angestellten konnten sich zu Beginn noch nicht versichern, sondern auch ein Sicherungssystem für die Bismarcksche Regierung und sollte dem aufkommenden Sozialismus den Nährboden entziehen. Im Laufe des letzten Jahrhunderts wurden in immer kürzeren Abständen Veränderungen an den ursprünglichen Sozialgesetzen vorgenommen.

Mittlerweile ist der intensive Wettbewerb um die gesunden Krankenkassenmitglieder ohne kostspieligen Anhang (Kinder oder chronisch Kranke) längst entbrannt. Die Krankenkassen überbieten sich mit Zusatzleistungen wie Teilrückzahlungen des Beitrages, Rückenschulungen und Telefonhotlines. Damit sollen aktive und gesunde Mitglieder geworben werden. Dabei wählt ein Großteil der Wechselwilligen seine Krankenkasse anhand der Beitragssätze und da lässt sich keine positive Tendenz erkennen. Die gerade wieder eingeläutete Erhöhungsrunde führt es allen Pflichtversicherten wieder vor Augen. Die „Ungetüme“ Krankenkassen erhöhen ihre Beiträge teilweise um über einen Prozentpunkt. Bei einem monatlichen Nettoeinkommen von €1.000,00 entspricht das einer Beitragserhöhung von ungefähr €170,00 im Jahr. Und ein monatliches Einkommen in dieser Höhe lädt nicht gerade zu einem überaus üppigen Leben ein. Wie könnte eine gesetzliche Krankenversicherung daher noch mehr Kunden werben und sich im Wettbewerb einen Vorteil verschaffen?

Die Krankenkassen werden auf höhere Bundeszuschüsse verweisen, die sicher ein einfaches Mittel darstellen. Aber auch aus eigenem Antrieb und mit eigenen Leistungen wäre eine Verbesserung im Konkurrenzkampf der mehr als 200 Krankenkassen möglich.

In den vergangenen Jahren gaben die gesetzlichen Krankenkassen durchschnittlich 5,5% bis 6% ihrer Einnahmen für die Verwaltung aus. Mir ist durchaus bewusst, dass die Verwaltung von mehr als 70 Millionen Kunden sehr aufwendig ist, aber ist es nötig für jeden Versicherten durchschnittlich €110,00 in der Verwaltung auszugeben? Die Gesamtverwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen belaufen sich auf mehr als 8 Milliarden Euro. Die privaten Krankenversicherungen geben im Durchschnitt um die 3% ihrer Einnahmen für Verwaltung aus. Wie funktioniert das?

Nur ein kleines Rechenexempel zum Abschluss. Wenn die gesetzliche Krankenversicherung die Verwaltungskosten auf 4,5% senken würde, dann stünden pro Versichertem €20,00 mehr im Jahr zur Verfügung. Aber das würde nicht wirklich helfen, oder? Welche Vorschläge gibt es dann für die Wettbewerbsfähigkeit der Krankenkassen?