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Ökonomie
ist die Forschung und Lehre, die sich mit dem Wesen, Ordnung, Aufbau,
Ablauf und Ziel der Wirtschaft beschäftigt - so die gängige, im
Lexikon nachzulesende Definition.
Klingt auf den ersten Blick ziemlich unspektakulär, wenn nicht sogar
langweilig. Kein Wunder also, dass die Ökonomie für viele nicht mehr
als ein Buch mit sieben Siegeln darstellt. Ein aktiver Kontakt soll
bitte schön vermieden werden. Schade eigentlich, wenn man bedenkt,
dass nichts unser tägliches Leben so durchdringt wie die Wirtschaft.
Aber das wissen Sie sicherlich schon. Sie interessieren sich schließlich
für wirtschaftliche Zusammenhänge und möchten gerne mehr darüber
wissen. Zum Beispiel darüber, wie eigentlich der Preis für einen
Cappuccino im Coffeeshop um die Ecke zustande kommt.
Dann lassen Sie sich doch einfach zum Undercover-Ökonomen ausbilden,
damit Sie mit Hilfe der Wirtschaftswissenschaften die Menschen und
ihre jeweiligen Rollen besser verstehen: als Individuen, Partner,
Wettbewerber und Teile des gewaltigen sozialen Organismus
"Volkswirtschaft". Ihr persönlicher Ausbilder ist Harford.
Tim Harford - ein Ökonom.
Harford arbeitet für die Weltbank, schreibt Kolumnen für die
"Financial Times" und war Wirtschaftsdozent an der Universität
Oxford. Eine seiner wichtigsten Eigenschaften ist, dass er vermeidlich
schwierige Sachzusammenhänge verständlich darstellen kann. So kommt
es auch, dass sein Buch "Ökonomics", das - oh Schreck - von
der Wirtschaft handelt, alles andere als trocken und langweilig ist.
Der Brite Harford will mit seinem Buch vor allem eines: informieren.
Dabei bedient er sich Stilmittel guter Unterhaltungsliteratur. Er
nimmt den Leser mit auf eine Reise durch den Alltag und zeigt, dass ökonomische
Konzepte wie knappe Ressourcen, Marktmacht, Effizienz, Preistreiberei,
Marktversagen, Insiderwissen und Spieltheorie unser tägliches Leben
beeinflussen, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Als echter Brite
ist Harford dabei ironisch und unterhaltsam. Die Bildung von Monopolen
und das damit verbundene Streben der Unternehmen, den Zutritt zu
attraktiven Märkten zu verhindern beschreibt der Autor so: "Wenn
Sie als Drogendealer eine gewisse Marktmacht aufbauen wollen, müssen
Sie darauf achten, möglichst wenig Wettbewerb aufkommen zu
lassen."
Der Philosoph und Staatsmann Francis Bacon hat im 16. Jahrhundert
festgestellt, dass Wissen Macht bedeutet. Eine Feststellung, die an
Aktualität bis heute nichts verloren hat. Eine Möglichkeit, auf besonders
angenehme und zugleich lehrreiche Art an Wissen zu gelangen, ist dabei
die Lektüre von Tim Harfords "Ökonomics".
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