polinomics - No. 5: Zurück zu alten Werten!? / Hintergrund
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No. 5: Zurück zu alten Werten!?  
   
 

Hintergrund

 




Editorial
Wer andere führt muss sich selbst gut führen
Das moralische Unternehmen
CSR = Unternehmenskultur
Der Fall Bent Spar
Spirituell führen

CSR = Unternehmenskultur

Text: Thomas Sommer

 Foto: Thomas Sommer


Das Image der Wirtschaft ist in letzter Zeit nicht unbedingt zum Besten gestellt. Skandale, Massenentlassungen und undurchsichtige Managerentscheidungen haben das Problem noch weiter verschärft. Nach einer aktuellen Emnid-Umfrage sind 77 Prozent der Deutschen der Meinung, dass es den Wirtschaftsführern vor allem um die Steigerung ihrer Aktienkurse geht. Lediglich 13 Prozent sind dagegen überzeugt, dass sich Großunternehmen angemessen um das Gemeinwohl kümmerten. 

Wenn man Verfechter der so genannten "Corporate Social Responsibility" (kurz: CSR oder CR) Glauben schenkt, dann wären solche Kratzer am Image der Wirtschaftsunternehmen durchaus vermeidbar gewesen. 

CSR bedeutet, dass die Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Alles hängt schließlich irgendwie zusammen. Niemand kann sich nur auf die eigene Gewinnmaximierung konzentrieren. Nicht zuletzt aufgrund verbesserter Informations- und Kommunikationstechnologien, besteht für die Unternehmen ein immer größerer Druck - und sogar die gesellschaftliche Verpflichtung - nachhaltig zu agieren. Andernfalls besteht die Gefahr, die von der Gesellschaft benötigte "Licence to operate" zu verlieren. Der unternehmerische Super-Gau. 

Ein besonders prominentes Beispiel der letzten Jahre ist der Ölmulti Shell und die Plattform Brent Spar (siehe auch:
Der Fall Bent Spar). Brent Spar zeigt, dass langfristiger Unternehmenserfolg durchaus als Resultat der CSR zu verstehen ist. CSR darf dem Unternehmen nicht einfach übergestülpt werden. CSR muss gelebt werden - und zwar auf allen Ebenen. Wenn es schließlich Teil der eigenen Unternehmenskultur geworden ist, lassen sich daraus echte Wettbewerbsvorteile erzielen. Gewissermaßen als Radar, dass Chancen und Risiken für das Unternehmen erkennt, schwebt es über allem. Die Unernehmen lernen so zu agieren, anstatt auf negative Entwicklungen nur zu reagieren. 

Viele der 30 DAX-Konzerne haben die Bedeutung von CSR mittlerweile erkannt und sogar zentrale CSR-Abteilungen aufgebaut. Ein Beispiel ist die Deutsche Post AG, die in ihrer Bonner Zentrale über ein "Global Values Office" verfügt. Ein Aufwand, der sich lohnt. Umfragen haben ergeben, dass für immer mehr Verbraucher nicht nur das Preis-Leistungs-Verhältnis für oder gegen eine Kaufentscheidung spricht. Immer bedeutender wird der faire Umgang mit den Mitarbeitern und das soziale und ökologische Engagement des Unternehmens.

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© Thomas Sommer 2006 - 2007