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Das
Internet hat die Kommunikation der modernen Gesellschaft
revolutioniert - wenn nicht sogar auf den Kopf gestellt. Wer macht
sich schließlich noch die Mühe einen Brief mit der Hand zu
schreiben, um ihn anschließend auch noch zum nächsten Postamt zu
bringen? Leichter und vor allem schneller ist es da schon, den Brief
einfach über das Internet zu verschicken. Und so schwirrt tagtäglich
millionenfach Privates und Geschäftliches, Belangloses und
Bedeutendes rund um den vernetzten Globus.
Spätestens seit ein Student der FH Brandenburg im Oktober 2006 das
Projekt www.direktzurkanzlerin.de
ins Leben gerufen hat, heißt es auch für die Bundeskanzlerin
"Frau Merkel, Sie haben Post". Mehr als 10 Millionen Klicks
verzeichnet das innovative Webangebot des BWL-Studenten Caveh Valipour
Zonooz bisher. Entstanden ist es aus Frust. Damals ärgerte er sich über
eine der wöchentlichen Internet-Videobotschaften der Kanzlerin.
Hierin beklagte Merkel, dass Deutschland zwar vorne bei den
Anmeldungen internationaler Patente läge, aber bei der Einführung
der Produkte auf dem Markt nicht das volle Potential ausschöpfen würde.
Die Erfahrung von Zonooz sah jedoch völlig anders aus. Zusammen mit
einigen Kommilitonen hatte er zuvor einige Monate vergeblich nach
einer finanziellen Förderung für eine Idee einer völlig neuartigen
Online-Plattform mit Podcasting-Technologie gesucht und keine Hilfe
gefunden. Selbst das zuständige Wirtschaftsministerium hielt es nicht
für nötig, einen ihrer Briefe auch nur zu beantworten.
Nur wenige Tage nach der Videobotschaft der Kanzlerin stellte der
kreative Student die Webseite direktzurkanzlerin.de ins Netz, auf der
jeder die Möglichkeit hat, Fragen an die Kanzlerin zu stellen. Der
Clou: Jeder Bürger kann Fragen stellen und mitentscheiden, welche
beantwortet werden sollen. Schon am ersten Tag verzeichnete die Seite
30.000 Klicks und nach einem Monat sicherte ihm das Kanzleramt sogar
zu, einmal in der Woche drei der am besten bewerteten Fragen
schriftlich zu beantworten.
Der Erfolg der Seite ist so groß, dass die Deutsche Web-Plattform nun
auch für den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf
kopiert wurde. Am 1. Oktober 2007 ging die Webseite www.straight2thecandidates.com
online. Ähnlich wie in Deutschland können hier Amerikaner Hillary
Clinton, Barck Obama, John McCain, Rudy Giuliani und vielen anderen Präsidentschaftskandidaten
per Text oder Video direkt ansprechen.
Julie Germany, Direktorin des Institute for Politics, Democracy and the
Internet der George Washington University glaubt fest an die
revolutionäre Wirkung des Portals. In einem Interview mit dem ZDF
Ende September 2007 erklärte sie: "Viele Politiker in den USA
suchen nach neuen Wegen, mit den Wählern zu kommunizieren. Und das
ist das Spannende an Straight2theCandidates.com: Politiker können über
die Seite ohne großen Aufwand und in kurzer Zeit viele Wähler
erreichen."
Das deutsche Webangebot "Direkt zur Kanzlerin" wurde im
Sommer 2007 erweitert. Unter www.direktzu.de/bundestagspraesident
wurde eine neue Dialogmöglichkeit mit Bundestagspräsident Norbert
Lammert geschaffen. In Kürze soll das Prinzip auch auf Landesebene
eingeführt werden, um so die Kluft zwischen politischer Führung und
Volk zu schließen und das Vertrauen in die Politik zu stärken.
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