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Die
führenden Vertreter von Politik und Wirtschaft sind sich einig -
die Jugendarbeitslosigkeit stellt eine der größten
Herausforderungen unserer Zeit dar. Birgt sie doch enormen
politischen und gesellschaftlichen Zündstoff. Ein Schuldiger ist
schnell ausgemacht. Für die Europäische Kommission liegt der Grund
der hohen Jugendarbeitslosigkeit vor allem in der vielfach
schlechten Vorbereitung junger Menschen auf das Berufsleben. In
Deutschland scheint ein Ausweg aus der Miesere gefunden und wird vor
allem im Handwerk seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert. Das
"duale Ausbildungssystem".
Nach
Auffassung von Hans-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des
Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), kann die
praxisorientierte und betriebsnahe Ausbildung dazu beitragen, das
Problem der Jugendarbeitslosigkeit zumindest abzufedern. "Wir
wissen ja auch um das große Interesse anderer Länder an unserem
erfolgreichen "dualen System", so Schleyer Ende Januar
2008 während einer internationalen Tagung im Haus des Deutschen
Handwerks in Berlin.
Das
Handwerk spricht sich ganz bewusst für qualitativ hochwertige,
zukunftsorientierte und betriebsnahe Qualifizierung aus.
"Nur so kann die
berufliche Aus- und Weiterbildung die so
wichtige
berufliche Handlungskompetenz vermitteln", erklärt
Schleyer weiter.
Nach wie vor ist jedoch die zu oft mangelnde Ausbildungsreife
der
Schulabgänger ein echtes Problem. "Wenn unsere Betriebe
erhebliche Defizite in Mathematik, Deutsch und grundlegenden Kulturtechniken
feststellen müssen, erschwert das die Ausbildung und ihren erfolgreichen
Abschluss."
Der Forderungskatalog von Wirtschaft und Verbände für eine
leistungs- und zukunftsfähige Infrastruktur für die berufliche
Bildung ist daher auch eindeutig:
- Die Ausbildung muss das Berufsprinzip wahren - dass heißt,
die Ausbildung vermittelt zuerst ganzheitlich die Grundlagen
des Berufs
- sie muss flexibel, betriebsnah und praxisorientiert sein,
- sie muss Durchlässigkeit garantieren für berufliche
Weiterbildung bis hin zum Studium
- und international anerkannt sein, um eine Aus- und
Weiterbildung im EU-Ausland zu ermöglichen
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks hat in seinem
berufsbildungspolitischen Papier "Ganzheitlich, Passgenau,
Anschlussfähig" hierfür konkrete Vorschläge unterbreitet. Ähnlich
auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag in seinem Konzept
"Dual mit Wahl".
Nach einer Untersuchung von OECD und der Europäischen Kommission
zur Jugendarbeitslosigkeit in Europa haben die praxisorientierten,
dualen Ausbildungssysteme im internationalen Vergleich besonders
positiv abgeschnitten. Ausbildung = Theorie in der Schule + Praxis
im Betrieb. So lautet die Erfolgsformel für qualifizierte
Nachwuchskräfte.
"Denn der Schlüssel, um mittelfristig zum weltweit
wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensgestützten
Wirtschaftsraum aufzusteigen, ist Bildung; qualitativ hochwertige
Bildung, und zwar ein Leben lang", sagt Otto Kentzler, Präsident
des Zentralverbands des Deutschen Handwerks und sogleich Präsident
der Handwerkskammer (HWK) Dortmund.
Die Wirtschaft kenne die Vorzüge des dualen Systems und
investiere nach Berechnung des Bundesinstituts für Berufsbildung
(BIBB) jährlich
rund 28 Milliarden Euro in dieses System. Der Erfolg ist
messbar: In Deutschland betrug
die Arbeitslosenquote der unter 25-jährigen im Dezember 2007 gerade
einmal
7,1 Prozent. "Das ist immer noch zuviel, aber es kann sich im
europäischen Vergleich sehen lassen", erklärt Kentzler
weiter.
Wesentliche Stärke der dualen Bildung sei das Lernen im
Arbeitsprozess: auf der Baustelle, in der Werkstatt, im Büro oder im
Labor. "Hier wird in der Arbeitswelt für die Arbeitswelt
gelernt." Die Dualität des Lernens in unterschiedlichen
Lernorten - Schule und Betrieb - bietet eine optimale Basis für den
erfolgreichen Eintritt junger Menschen in das Erwerbsleben.
Die Europäische Kommission hat ihren Mitgliedstaaten empfohlen,
mehr und vor allem früher in Bildung zu investieren und ihre
Bildungsangebote stärker an den tatsächlichen Erfordernissen des
Arbeitsmarktes auszurichten. Eine engere Vernetzung von
Bildungseinrichtungen und Arbeitswelt.
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