polinomics - No. 8: Die Altenrepublik / Gesellschaft
Kopfzeilenfoto  
No. 8: Die Altenrepublik  
   
 

 




Editorial
Interview mit Walter Hirrlinger (VdK)
Willkommen in der Altenrepublik
Gemeinsam sind wir stark
GenerationenZukunft in Dortmund
Lesezeichen
----
Zur Druckversion | Versenden | Leserbrief
----

Gesellschaft


Gemeinsam sind wir stark

Früher war alles besser. Dieser Ausspruch kann meist getrost in die Schublade "Ewig Gestrige" abgelegt und schnell wieder vergessen werden. Manchmal ist aber doch etwas dran. Gerade in einer Zeit hoher Mobilität und Flexibilität ist der Rückhalt durch Familie und Gesellschaft besonders wichtig. Die "Jungen" können von den "Alten" schließlich noch einiges lernen. 

Von Thomas Sommer


                       

Foto: Andrea Sommer            

 

"In einer Gesellschaft, die hohe Mobilität und Flexibilität verlangt, haben Familienwerte Konjunktur. Familie wird als zuverlässiges soziales Netz wahrgenommen", erklärt Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Gleichzeitig sei die Kernfamilie vielfach zu klein geworden für ihre großen Aufgaben. "Von den Vier- und Fünfjährigen wachsen knapp 30 Prozent ohne Geschwister auf. Wir können diese Großfamilie nicht zurücksehnen, aber wir können aus den Prinzipien von Familien lernen, um heute den Kreislauf des Gebens und Nehmens zwischen den Generationen wieder zu beleben", so die Ministerin weiter. Um dies zu erreichen, benötige man Orte, an denen sich Menschen aller Generationen ganz selbstverständlich im Alltag begegnen, voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen. "Mit Mehrgenerationenhäusern versuchen wir überall in Deutschland solche Räume entstehen zu lassen."

Anderthalb Jahre nach des bundesweiten Aktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser zieht von der Leyen im Mai 2008 eine positive Bilanz. Erklärtes Ziel des Aktionsprogramms ist es, bundesweit in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt Mehrgenerationenhäuser zu schaffen. 500 Häuser habe man seit Anfang 2008 erreicht.

Ein erster Zwischenbericht nennt drei wesentliche Merkmale, die den Erfolg der Mehrgenerationenhäuser ausmachen:

1. Mehrgenerationenhäuser sind ein Erfolgsmodell für freiwilliges Engagement

Insgesamt engagieren sich 15.000 Männer und Frauen in den Mehrgenerationenhäusern. Am stärksten beteiligen sich mittlere und ältere Erwachsene zwischen 30 und 65 Jahren. Bemerkenswert: 60 Prozent der Engagierten sind berufstätig und investieren so zusätzlich zu Beruf und Familie Zeit in das Miteinander der Generationen. Zudem binden sich Freiwillige meist eng an ihr Mehrgenerationenhaus. Etwa zwei Drittel von Ihnen engagieren sich mindestens einmal pro Woche.

2. Mehrgenerationenhäuser sind ein Erfolgsmodell für Zusammenhalt der Generationen

90.000 Menschen kommen täglich bundesweit in die Mehrgenerationenhäuser und nehmen knapp 10.000 regelmäßige Angebote wahr. Bereits jetzt begegnen sich in drei von vier dieser Angebote Jung und Alt - insbesondere bei Kultur- und Sportangeboten, aber auch in 70 Prozent der offenen Treffs sind Jung und Alt gemeinsam aktiv.

3. Mehrgenerationenhäuser sind ein Erfolgsmodell für haushaltsähnliche Dienstleistungen

Täglich greifen fast 10.000 Menschen auf Dienstleistungen zurück, die in Mehrgenerationenhäusern angeboten werden. Insgesamt stehen rund 1.500 Dienstleistungen zur Verfügung: mehr als 500 sind Betreuungsangebote (45 Prozent aller Angebote), 300 Essensangebote (24 Prozent) und 240 andere Dienstleistungen (16 Prozent) wie etwa Haushaltshilfen oder Fahrdienste. Besonders die 30- bis 50-Jährigen nutzen diese Angebote.


  Hintergrund

 
Das Bundesfamilienministerium hat das Aktionsprogramm  
 Mehrgenerationenhäuser im Herbst 2006 gestartet. 
 Mehrgenerationenhäuser sind für alle Generationen offene 
 Tagetreffs. Professionelle Kräfte arbeiten eng und auf 
 gleicher Augenhöhe mit den Freiwilligen zusammen. Über 
 einen Zeitraum von fünf Jahren erhält jedes Haus jährlich 
 40.000 Euro Förderung. 200 der 500 Häuser werden aus 
 Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert.
 
 Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage:

  www.mehrgenerationenhaeuser.de 
 

 

 

Bitte vergewissern Sie sich, dass Sie  JavaScript aktiviert haben!
 


 

© Thomas Sommer 2006 - 2008