polinomics - No. 8: Die Altenrepublik / Gesellschaft
Kopfzeilenfoto  
No. 8: Die Altenrepublik  
   
 

 




Editorial
Interview mit Walter Hirrlinger (VdK)
Willkommen in der Altenrepublik
Gemeinsam sind wir stark
GenerationenZukunft in Dortmund
Lesezeichen
----
Zur Druckversion | Versenden | Leserbrief
----

Gesellschaft


GenerationenZukunft in Dortmund

Eines ist auch dem Letzten im Land so langsam klar geworden: Wir werden weniger. Wir werden älter. Unsere Gesellschaft verändert sich. Fast täglich weisen sowohl Politiker als auch so mancher Forscher auf den demografischen Wandel – also die Veränderung der Bevölkerungsstruktur – hin. Je nach politischer Couleur und aktueller Stimmung wird er mal als Bedrohung und mal als Chance betrachtet. Anstatt angesichts dieses Szenarios den Kopf in den Sand zu stecken, will man in Dortmund mit dem Projekt „GenerationenZukunft“ die neue Chance nutzen, die mit dieser Veränderung einhergeht.

Von Thomas Sommer


                       

Foto: Thomas Sommer            

 

Während der bisherigen Arbeit des vor einem Jahr in der Ruhrmetropole gestarteten Projekts "GenerationenZukunft" hat sich gezeigt, dass Unternehmen, Organisationen und Institutionen die Veränderung der Bevölkerungsstruktur auch als Chance betrachten. Im Laufe des Projekts hat sich das Wohnen als zentraler Bereich herauskristalisiert. Ein möglichst langes Wohnen in den "eigenen vier Wänden" bedeutet auf der anderen Seite neue wirtschaftliche Perspektiven für Unternehmen und Dienstleister.

Wohnen soll in Zukunft nicht nur für junge Singles und Familien attraktiv sein, es soll gleichzeitig für die ältere Generation möglichst ohne Einschränkungen oder Hindernisse sein. Unter der Koordination des Projekts "GenerationenZukunft", das von der Handwerkskammer (HWK) Dortmund, der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund und der Wirtschaftsförde- rung getragen wird, haben sich lokale Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen in zwei Netzwerken zusammen- geschlossen. "WOGEN - Wohnen für Generationen" heißt das eine und "PAGEN - Partner für Generationen" das andere. Im Netzwerk WOGEN haben sich Architekten und Handwerks- betriebe gemeinsam auf das barrierefreie Wohnen konzentriert. So sollen durch Umbaumaßnahmen oder auch durch kleinere Anpassungen Komfort-Wohnungen entstehen, die auch für Familien ein angenehmes Wohnen ermöglichen. Barrieren wie Stolperkanten oder zu schmale Türen, verschwinden aus der Wohnung, ohne das sie dabei für jüngere Mieter an Attraktivität verliert.

Dienstleistungen

Aber auch Dienstleistungen, die an die individuellen Bedürfnisse der Menschen angepasst sind, werden immer wichtiger. So sind beispielsweise Bring- und Reinigungsdienste für ältere Menschen, die unabhängig und selbstständig in der eigenen Wohnung leben möchten, oft unverzichtbar. Für junge Menschen und Familien, die zeitlich stark beansprucht sind, stellen sie darüber hinaus eine interessante Option dar. In Dortmund haben sich daher lokale Unternehmen zum Service- netzwerk PAGEN zusammengeschlossen. Vom Pflegedienst über einen Essensservice bis hin zu speziellen Freizeitangeboten bieten sie zukünftig gemeinsam angepasste und innovative Leistungen.

"Das Bestreben der Menschen ist es, in den eigenen vier Wänden zu bleiben", so die Erfahrungen von Raumausstatterin Regina Brattke aus Dortmund. Man sei schon einige Jahrzehnte im Geschäft und könne feststellen, dass auch die Kundschaft mitwachse und langsam älter werde. "Wir wollen dabei helfen, dass ältere Menschen in ihren Wohnungen bleiben können", lautet ihr Wunsch. Das fange mit ganz einfachen Hilfe- stellungen wie beispielsweise dem Aufhängen von Gardienen an und höre durchaus schon einmal mit der Umgestaltung der kompletten Wohnung auf. Der Grundgedanke sei schlichtweg, den Menschen ein Komplettpaket anzubieten, bei dem ihnen Dinge abgenommen werden, die sie nicht mehr selber machen können. Die Zielgruppe sei aber auch hier nicht auf ältere Menschen beschränkt. Auch junge Leute sollen von den Serviceleistungen angesprochen werden.

Bundesweit erstes GenerationenCenter eröffnet

Gemeinsam haben die in den zwei Netzwerken zusammen- geschlossenen Unternehmen Großes vor. Ende April 2008 wurde in Dortmund das bundesweit erste GenerationenCenter eröffnet. "Der Kunde soll eine Anlaufstelle haben, wo er sich informieren kann", erklärt Dirk Ruß, Projektleiter von GenerationenZukunft. 

Insgesamt kann das Projekt als richtiger Schritt auf dem Weg in eine gemeinsame Zukunft von Jung und Alt werden. Denn eines steht sicherlich schon jetzt fest: Jünger werden wir alle nicht. 

 

Bitte vergewissern Sie sich, dass Sie  JavaScript aktiviert haben!
 


 

© Thomas Sommer 2006 - 2008