Während
der bisherigen Arbeit des vor einem Jahr in der Ruhrmetropole
gestarteten Projekts "GenerationenZukunft" hat sich
gezeigt, dass Unternehmen, Organisationen und Institutionen die
Veränderung der Bevölkerungsstruktur auch als Chance betrachten.
Im Laufe des Projekts hat sich das Wohnen als zentraler Bereich
herauskristalisiert. Ein möglichst langes Wohnen in den
"eigenen vier Wänden" bedeutet auf der anderen Seite neue wirtschaftliche
Perspektiven für Unternehmen und Dienstleister.
Wohnen
soll in Zukunft nicht nur für junge Singles und Familien
attraktiv sein, es soll gleichzeitig für die ältere Generation möglichst
ohne Einschränkungen oder Hindernisse sein. Unter der
Koordination des Projekts "GenerationenZukunft", das von
der Handwerkskammer (HWK) Dortmund, der Industrie- und
Handelskammer (IHK) zu Dortmund und der Wirtschaftsförde- rung
getragen wird, haben sich lokale Unternehmen aus unterschiedlichen
Branchen in zwei Netzwerken zusammen- geschlossen. "WOGEN -
Wohnen für Generationen" heißt das eine und "PAGEN -
Partner für Generationen" das andere. Im Netzwerk WOGEN
haben sich Architekten und Handwerks- betriebe gemeinsam auf das
barrierefreie Wohnen konzentriert. So sollen durch Umbaumaßnahmen
oder auch durch kleinere Anpassungen Komfort-Wohnungen entstehen,
die auch für Familien ein angenehmes Wohnen ermöglichen.
Barrieren wie Stolperkanten oder zu schmale Türen, verschwinden
aus der Wohnung, ohne das sie dabei für jüngere Mieter an
Attraktivität verliert.
Dienstleistungen
Aber auch Dienstleistungen, die an die individuellen Bedürfnisse
der Menschen angepasst sind, werden immer wichtiger. So sind
beispielsweise Bring- und Reinigungsdienste für ältere Menschen,
die unabhängig und selbstständig in der eigenen Wohnung leben möchten,
oft unverzichtbar. Für junge Menschen und Familien, die zeitlich
stark beansprucht sind, stellen sie darüber hinaus eine
interessante Option dar. In Dortmund haben sich daher lokale
Unternehmen zum Service- netzwerk PAGEN zusammengeschlossen. Vom
Pflegedienst über einen Essensservice bis hin zu speziellen
Freizeitangeboten bieten sie zukünftig gemeinsam angepasste und
innovative Leistungen.
"Das
Bestreben der Menschen ist es, in den eigenen vier Wänden zu
bleiben", so die Erfahrungen von Raumausstatterin Regina
Brattke aus Dortmund. Man sei schon einige Jahrzehnte im Geschäft
und könne feststellen, dass auch die Kundschaft mitwachse und
langsam älter werde. "Wir wollen dabei helfen, dass ältere
Menschen in ihren Wohnungen bleiben können", lautet ihr
Wunsch. Das fange mit ganz einfachen Hilfe- stellungen wie
beispielsweise dem Aufhängen von Gardienen an und höre durchaus
schon einmal mit der Umgestaltung der kompletten Wohnung auf. Der
Grundgedanke sei schlichtweg, den Menschen ein Komplettpaket
anzubieten, bei dem ihnen Dinge abgenommen werden, die sie nicht
mehr selber machen können. Die Zielgruppe sei aber auch hier
nicht auf ältere Menschen beschränkt. Auch junge Leute sollen
von den Serviceleistungen angesprochen werden.
Bundesweit
erstes
GenerationenCenter eröffnet
Gemeinsam haben die in den zwei Netzwerken zusammen- geschlossenen
Unternehmen Großes vor. Ende April 2008 wurde in Dortmund das
bundesweit erste GenerationenCenter eröffnet. "Der Kunde
soll eine Anlaufstelle haben, wo er sich informieren kann",
erklärt Dirk Ruß, Projektleiter von GenerationenZukunft.
Insgesamt kann das Projekt als richtiger Schritt auf dem Weg in eine
gemeinsame Zukunft von Jung und Alt werden. Denn eines steht
sicherlich schon jetzt fest: Jünger werden wir alle nicht.