An
allen Orten hört man, dass der Klimawandel bekämpft werden muss:
Regierungen rufen zum Energiesparen auf, Popstars singen für den
Schutz unserer Atmosphäre und die Einsparung von schädlichen
Treibhausgasen wird zu einem regelrechten Volkssport. Wenn wir
nicht sofort unser Leben drastisch ändern, wird es bald kein
Leben - wenigstens nicht das, was wir kennen - mehr geben.
Katastrophen und die Warnung vor solchen verkaufen sich eben recht
gut. Bad news are good news.
Ein wenig anders sieht dies der dänische Politologe und
Statistiker Björn Lomborg in seiner Streitschrift: Cool it! Der
Autor sagt, dass wir uns mit der grassierenden Klima-Hysterie
selbst schaden würden. Übereilte, kostspielige und unnötige
Schnellschüsse in Sachen Klimaschutz heiße es zu
vermeiden.
Ohne die negativen Folgen des Klimawandels zu leugnen, zeigt
Lomborg dem Leser auch die andere Seite der Medaille. So setzt er
beispielsweise die durch eine globale Erwärmung zu erwartenden
Hitzetoten im Süden einer größeren Zahl von Menschen gegenüber,
die durch wärmere Winter im Norden nicht mehr erfrieren würden. Eine
Aussicht, wie der Autor sagt, von der wir nur selten zu hören
bekommen.
Anstatt viele Milliarden in den Klimaschutz zu investieren,
sollten wir uns lieber um die viel dringlicheren Probleme kümmern,
etwa um die Bekämpfung von Epidemien oder um den Hochwasser-
schutz. Lomborg wünscht sich, dass Hochschulen Aktionen
für Moskitonetze gegen Malaria durchführen, statt solche für
die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls. "Do good" statt
"Feel good", so können die Thesen des Dänen auf den
Punkt gebracht werden.
Jeder, der sich auch für die andere Seite der globalen Klimaerwärmung
interessiert, dem sei Lomborgs Buch wärmstens empfohlen.
Der Autor
Björn
Lomborg, geboren 1965, forscht und lehrt an der
Copenhagen Business School. Er ist Direktor
des
Copenhagen
Consensus Center, an dem sich internationale
Top-Wisenschaftler über mögliche Lösungen für
die
dringlichsten Probleme der Welt Gedanken machen.
2001
wurde er vom World Economic Forum zum
"Global Leader for
Tomorrow" ernannt. Der Autor des
Bestsellers The Skeptical
Environmentalist zählt laut Time Magazine
weltweit zu den
einflussreichsten Politikwissenschaftlern.
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