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No. 9: Prima Klima
 

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Harald Welzer
Klimakriege
Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird 


Rezensiert von Thomas Sommer


Der Titel ist provokant: Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird. Der Sozialpsychologe Harald Welzer wagt, auf der Basis des historischen Rückblicks, einen Blick in die Zukunft. Kampf um Trinkwasser, Massengewalt, Flüchtlingsströme in Afrika und Asien, Industrieländer, die sich vor Millionen Klimaflüchtlingen schützen müssen. Welzers These lautet: "Da Gewalt immer eine Option menschlichen Handelns ist, ist es unausweichlich, dass gewaltsame Lösungen auch für Probleme gefunden werden, die auf sich verändernde Umweltbedingungen zurückgehen."

Schon heute ist klar, dass vor allem die politisch instabilen Länder der südlichen Halbkugel von den negativen Klimaauswirkungen betroffen sein werden. Welzer ist kein Prophet, wenn er sagt, dass sich viele Entwicklungsländer künftig in einem dauerhaften gewaltsamen Konflikt um Wasser, fruchtbare Böden oder hochwassersichere Landstriche befinden werden. 

Der Klimawandel stellt die Menschheit vor ganz neuen Herausforderungen: Sicherheit, Verantwortung und Gerechtigkeit sind nur einige Stichworte. Welzer ist überzeugt, dass die Folgen nicht nur die Welt verändern und andere Verhältnisse etablieren werden. Nein, noch schlimmer, das Ende der Aufklärung und ihre Vorstellung von Freiheit stünden vor der Tür.


Harald Welzer
Klimakriege
Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird
336 Seiten - 19,90 EUR (D)
ISBN 978-3-10-089433-2