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An
allen Orten hört man, dass der Klimawandel bekämpft werden muss:
Regierungen rufen zum Energiesparen auf, Popstars singen für den
Schutz unserer Atmosphäre und die Einsparung von schädlichen
Treibhausgasen wird zu einem regelrechten Volkssport. Wenn wir nicht
sofort unser Leben drastisch ändern, wird es bald kein Leben -
wenigstens nicht das, was wir kennen - mehr geben.
Katastrophen und die Warnung vor solchen verkaufen sich eben recht
gut. Bad news are good news.
Ein wenig anders sieht dies der dänische Politologe und Statistiker
Björn Lomborg in seiner Streitschrift: Cool it! Der Autor sagt,
dass wir uns mit der grassierenden Klima-Hysterie selbst schaden würden.
Übereilte, kostspielige und unnötige Schnellschüsse in Sachen
Klimaschutz heiße es zu vermeiden.
Ohne die negativen Folgen des Klimawandels zu leugnen, zeigt Lomborg
dem Leser auch die andere Seite der Medaille. So setzt er
beispielsweise die durch eine globale Erwärmung zu erwartenden
Hitzetoten im Süden einer größeren Zahl von Menschen gegenüber,
die durch wärmere Winter im Norden nicht mehr erfrieren würden. Eine
Aussicht, wie der Autor sagt, von der wir nur selten zu hören
bekommen.
Anstatt viele Milliarden in den Klimaschutz zu investieren, sollten
wir uns lieber um die viel dringlicheren Probleme kümmern, etwa um
die Bekämpfung von Epidemien oder um den Hochwasserschutz. Lomborg
wünscht sich, dass Hochschulen Aktionen für Moskitonetze gegen
Malaria durchführen, statt solche für die Ratifizierung des
Kyoto-Protokolls. "Do good" statt "Feel good",
so können die Thesen des Dänen auf den Punkt gebracht
werden.
Jeder, der sich auch für die andere Seite der globalen
Klimaerwärmung interessiert, dem sei Lomborgs Buch wärmstens
empfohlen.
Björn Lomborg
Cool it!
Warum wir trotz Klimawandels einen kühlen Kopf bewahren sollten
272 Seiten - 16,95 EUR (D)
ISBN 3-421-04353-1
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