polinomics - No. 9: Prima Klima / Editorial von Thomas Sommer
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No. 9: Prima Klima  
 
 

Editorial


Thomas Sommer,
Herausgeber und Chefredakteur

I
m August warnte Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA), dass schon in diesem Jahrhundert drastische Klimaänderungen drohen - auch in Deutschland. Aus einer aktuellen Studie der UBA geht hervor, dass es sich bei der Klimaerwärmung nicht um einen langsamen Prozess handele. "Schon bei geringen Temperaturanstiegen kann das Klimasystem so genannte 'Kipp-Punkte' erreichen, bei denen es zu abrupten und drastischen Änderungen kommt." Klimamodelle zeigen, dass das Meereis in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts fast vollständig verschwinden wird. Eine eisfreie Arktis könnte schon bald zur Realität werden. Klimakatastrophen nehmen weltweit zu. Auch Deutschland wird immer häufiger Opfer von extremen Wetterphänomenen. Dürren, Überschwemmungen, Stürme. 

Der Klimawandel hat aber nicht nur Schattenseiten. Vor allem die Nationen, die vorrangig an der globalen Erwärmung schuld sind, könnten sogar von einem Anstieg der Temperaturen profitieren. Folgende Szenarien scheinen denkbar: Südeseefeeling an der Nordsee? Weinanbau in Schweden?

Unter dem geschmolzenen Arktiseis liegen wahrscheinlich noch zahlreiche Bodenschätze verborgen, die durch die Eisschmelze leichter und vor allem kostengünstiger abgebaut werden könnten. Mit U-Booten versenkte die russische Regierung im Sommer 2007 eine rostfreie Staatsflagge aus Titan am nördlichsten Punkt der Erde. In 4.261 Meter Eismeertiefe markierten sie damit ihr Revier. Und der Wettlauf um die Ressourcen hat gerade erst begonnen.

Time to change: Das Wahlkampfmotto des zukünftigen amerikanischen Präsidenten Barack Obama lässt sich ohne weiteres auch auf die Welt-Klimapolitik übertragen. Ein Umdenken ist dringend erforderlich. Die USA - einstiger Blockierer in Sachen internationaler Klimaschutz - will sich bessern. Obama will bis 2019 rund 150 Milliarden Dollar in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren und so Millionen neuer Arbeitsplätze schaffen. Regine Günther, Klimaexpertin des World Wildlife Fund, sagte im Handelsblatt: "Bislang haben die Amerikaner in erster Linie blockiert. Jetzt erwarten wir von ihnen deutlich mehr Tempo. Das wird den Klimaschutzverhandlungen Schub geben."

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen

Thomas Sommer     


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