Der
Titel ist provokant: Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet
wird. Der Sozialpsychologe Harald Welzer wagt, auf der Basis des
historischen Rückblicks, einen Blick in die Zukunft. Kampf um
Trinkwasser, Massengewalt, Flüchtlingsströme in Afrika und
Asien, Industrieländer, die sich vor Millionen Klimaflüchtlingen
schützen müssen. Welzers These lautet: "Da Gewalt immer
eine Option menschlichen Handelns ist, ist es unausweichlich, dass
gewaltsame Lösungen auch für Probleme gefunden werden, die auf
sich verändernde Umweltbedingungen zurückgehen."
Schon heute ist klar, dass vor allem die politisch instabilen Länder
der südlichen Halbkugel von den negativen Klimaauswirkungen
betroffen sein werden. Welzer ist kein Prophet, wenn er sagt, dass
sich viele Entwicklungsländer künftig in einem dauerhaften
gewaltsamen Konflikt um Wasser, fruchtbare Böden oder
hochwassersichere Landstriche befinden werden.
Der Klimawandel stellt die Menschheit vor ganz neuen
Herausforderungen: Sicherheit, Verantwortung und Gerechtigkeit
sind nur einige Stichworte. Welzer ist überzeugt, dass die Folgen
nicht nur die Welt verändern und andere Verhältnisse etablieren
werden. Nein, noch schlimmer, das Ende der Aufklärung und ihre
Vorstellung von Freiheit stünden vor der Tür.
Der Autor
Harald
Welzer, geboren 1958, ist Direktor des Center for
Interdisciplinary Memory Research am
Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen
und
Forschungsprofessor für Sozialpsychologie an
der Universität
Witten/Herdecke. Das Magazin Der Spiegel stellte
ihn im
August 2007 in seiner Serie herausragender
Wissenschaftler
als "produktiven Quergeist" einem
breiten Publikum vor.
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