polinomics - No. 9: Prima Klima / Gesellschaft
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No. 9: Prima Klima  
   
 

 




Editorial
Interview mit Prof. Dr. von Weizsäcker
Fit für die Zukunft
Segel setzen für Umwelt und Profit
Wir fangen dann schon mal an
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Gesellschaft


Fit für die Zukunft

Wer sein Haus energetisch fit für die Zukunft machen möchte, stellt sich viele Fragen: Ob sich eine neue Heizung oder Solaranlage lohnt oder wie dicke Wände zusätzlich gedämmt werden sollten - Antworten gibt es für Eigentümer etwa bei den Verbraucherzentralen, aber in der Regel nur auf Nachfrage. Den ersten Schritt musste der Hausbesitzer bisher noch selbst machen. 


Von Thomas Sommer

Foto: BMU 

           

 

Die Zahlen des Klimabarometers vom vergangenen August sind alarmierend und sprechen eine deutliche Sprache: Mehr als jeder Zweite (54 Prozent) geht demnach davon aus, dass es in den nächsten zehn Jahren zu deutlichen Klimaveränderungen kommt. Die co2online gemeinnützige Beratungsgesellschaft mbH, Herausgeber des Klimabarometers, hat in der Befragung festgestellt, dass insgesamt 70 Prozent davon ausgehen, dass die Klimaveränderungen zu einer Verschlechterung der Lebensqualität führen werden. Der Vergleich zwischen Auswirkungen durch Klimaveränderungen versus Preisveränderung zeigt, dass mehr Befragte eine Verschlechterung des Lebensstandards (84 Prozent) durch höhere Energiepreise als durch Klimaveränderungen (76 Prozent) erwarten. Aber wie teuere Energie einsparen ohne auf Gewohntes zu verzichten?

Umwelt schützen und dabei den Geldbeutel schonen

Die bundesweite Infokampagne der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (BDU) "Haus sanieren - profitieren" schafft den Spagat. Modernisierte Häuser sparen schließlich Energie und schonen die Umwelt und nebenbei auch noch den Geldbeutel.

Der größte Teil des deutschen Gebäudebestandes wurde vor 1984 gebaut. Zu einer Zeit, als Energiekosten nur einen Bruchteil der heutigen betrugen. Kein Wunder also, dass Solaranlagen, alternative Heizsysteme, Wärmedämmung und speziell isolierte Fenster für die damalige Bauplanung noch keine große Rolle spielten. Doch über eine energetische Sanierung des Eigenheims nachzudenken lohnt sich - für den Geldbeutel und für die Umwelt. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat daher in Zusammenarbeit mit dem Handwerk und weiterer Akteure die Kampagne "Haus sanieren - profitieren" ins Leben gerufen. 

Herzstück des auf fünf Jahre angelegten Programms ist ein kostenloser und unverbindlicher Energie-Check, den geschulte Handwerker nach Routinebesuchen bei Ein- und Zweifamilienhäusern durchführen.  

"Von den rund 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland sind etwa 12 Millionen vor 1984 gebaut worden und zu großen Teilen sanierungsbedürftig. Es ist höchste Zeit, dass wir verstärkt Gebäude im Bestand fit für die Zukunft machen", erklärt DBU-Generalsekretär, Fritz Brickwedde. Schon heute verbrauche eine Durchschnittsfamilie 80 Prozent ihrer Energie im Haushalt für das Heizen. Die Kosten dafür würden stetig steigen. "Private Haushalte verbrauchen in Deutschland sogar noch mehr Energie als die Industrie", weiß DBU-Projektleiter Martin Fellbaum. "Ältere Häuser könnten nach der Sanierung bis zu 90 Prozent weniger Energie verbrauchen." Das würde nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Geldbeutel der Eigentümer zugute kommen.  

Klima schützen - Konjunktur stützen

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) spricht sich ebenfalls für eine energetische Gebäudemodernisierung aus und schlägt eine Energiesparprämie von maximal 5.000 Euro vor, die über fünf Jahre mit der Einkommenssteuer verrechnet wird. "Das wird Vermieter und Eigentümer motivieren, die umfangreichen Investitionen in Angriff zu nehmen", sagt Otto Kentzler, Präsident des ZDH, in einem Beitrag für die Passauer Presse im September 2008. 

 

Foto: VdK
 
Handwerkspräsident Otto Kentzler schlägt eine Energiesparprämie von 5.000 Euro vor.

 
 
Die energetische Gebäudesanierung sei 
 derzeit noch viel zu niedrig. Die  
 klimapolitischen Zielsetzungen drohen 
 verfehlt zu werden. Um die Nachfrage nach
 energetischen Gebäudesanierungsmaß-
 nahmen deutlich zu beschleunigen, schlägt 
 das Handwerk vor, eine Energiesparprämie 
 in Höhe von 25 Prozent von maximal 
 20.000 Euro nachgewiesener 
 Arbeitskosten einzuführen. In einem 
 Zeitraum von fünf Jahren könne der 
 Steuerpflichtige so jeweils 1.000 Euro, 
 d.h. insgesamt 5.000 Euro, im Rahmen der 
 Einkommenssteuererklärung vom 
 Finanzamt erstattet bekommen.

  




  Info

 
Qualifizierte Ansprechpartner für eine energetische 
 Gebäudesanierung sind Handwerker, die in speziell 
 ausgerichteten Kursen der Handwerkskammern geschult 
 wurden. Sie beherrschen die notwendigen theoretischen 
 Grundlagen und verfügen über die erforderliche praktische 
 Erfahrung. Eine Auskunft über qualifizierte Handwerker vor 
 Ort erteilen die zuständigen Handwerkskammern. Eine 
 Übersicht findet sich im Internet auf den Seiten des 
 Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) unter: 
 www.zdh.de/handwerksorganisationen.html

 

 

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© Thomas Sommer 2006 - 2008