Die
Zahlen des Klimabarometers vom vergangenen August sind alarmierend
und sprechen eine deutliche Sprache: Mehr als jeder Zweite (54
Prozent) geht demnach davon aus, dass es in den nächsten zehn
Jahren zu deutlichen Klimaveränderungen kommt. Die co2online
gemeinnützige Beratungsgesellschaft mbH, Herausgeber des
Klimabarometers, hat in der Befragung festgestellt, dass insgesamt
70 Prozent davon ausgehen, dass die Klimaveränderungen zu einer
Verschlechterung der Lebensqualität führen werden. Der Vergleich
zwischen Auswirkungen durch Klimaveränderungen versus Preisveränderung
zeigt, dass mehr Befragte eine Verschlechterung des
Lebensstandards (84 Prozent) durch höhere Energiepreise als durch
Klimaveränderungen (76 Prozent) erwarten. Aber wie teuere
Energie einsparen ohne auf Gewohntes zu verzichten?
Umwelt schützen und dabei den Geldbeutel schonen
Die bundesweite Infokampagne der Deutschen Bundesstiftung Umwelt
(BDU) "Haus sanieren - profitieren" schafft den Spagat.
Modernisierte Häuser sparen schließlich Energie und schonen die
Umwelt und nebenbei auch noch den Geldbeutel.
Der größte Teil des deutschen Gebäudebestandes wurde vor 1984
gebaut. Zu einer Zeit, als Energiekosten nur einen Bruchteil der
heutigen betrugen. Kein Wunder also, dass Solaranlagen,
alternative Heizsysteme, Wärmedämmung und speziell isolierte
Fenster für die damalige Bauplanung noch keine große Rolle
spielten. Doch über eine energetische Sanierung des Eigenheims
nachzudenken lohnt sich - für den Geldbeutel und für die Umwelt.
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat daher in
Zusammenarbeit mit dem Handwerk und weiterer Akteure die Kampagne
"Haus sanieren - profitieren" ins Leben gerufen.
Herzstück des auf fünf Jahre angelegten Programms ist ein
kostenloser und unverbindlicher Energie-Check, den geschulte
Handwerker nach Routinebesuchen bei Ein- und Zweifamilienhäusern
durchführen.
"Von den rund 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäusern in
Deutschland sind etwa 12 Millionen vor 1984 gebaut worden und zu
großen Teilen sanierungsbedürftig. Es ist höchste Zeit, dass
wir verstärkt Gebäude im Bestand fit für die Zukunft
machen", erklärt DBU-Generalsekretär, Fritz Brickwedde.
Schon heute verbrauche eine Durchschnittsfamilie 80 Prozent ihrer
Energie im Haushalt für das Heizen. Die Kosten dafür würden
stetig steigen. "Private Haushalte verbrauchen in Deutschland
sogar noch mehr Energie als die Industrie", weiß
DBU-Projektleiter Martin Fellbaum. "Ältere Häuser könnten
nach der Sanierung bis zu 90 Prozent weniger Energie
verbrauchen." Das würde nicht nur der Umwelt, sondern auch
dem Geldbeutel der Eigentümer zugute kommen.
Klima
schützen - Konjunktur stützen
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) spricht sich
ebenfalls für eine energetische Gebäudemodernisierung aus und
schlägt eine Energiesparprämie von maximal 5.000 Euro vor, die
über fünf Jahre mit der Einkommenssteuer verrechnet wird.
"Das wird Vermieter und Eigentümer motivieren, die
umfangreichen Investitionen in Angriff zu nehmen", sagt Otto
Kentzler, Präsident des ZDH, in einem Beitrag für die Passauer
Presse im September 2008.
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Foto: VdK
Handwerkspräsident Otto Kentzler
schlägt eine Energiesparprämie von 5.000 Euro vor.
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Die
energetische Gebäudesanierung sei
derzeit noch viel zu niedrig. Die
klimapolitischen Zielsetzungen drohen
verfehlt zu werden. Um die Nachfrage nach
energetischen Gebäudesanierungsmaß-
nahmen deutlich zu beschleunigen, schlägt
das Handwerk vor, eine Energiesparprämie
in Höhe von 25 Prozent von maximal
20.000 Euro nachgewiesener
Arbeitskosten einzuführen. In einem
Zeitraum von fünf Jahren könne der
Steuerpflichtige so jeweils 1.000 Euro,
d.h. insgesamt 5.000 Euro, im Rahmen der
Einkommenssteuererklärung vom
Finanzamt erstattet bekommen.
Info
Qualifizierte
Ansprechpartner für eine energetische
Gebäudesanierung sind Handwerker, die in
speziell
ausgerichteten Kursen der Handwerkskammern
geschult
wurden. Sie beherrschen die notwendigen
theoretischen
Grundlagen und verfügen über die erforderliche
praktische
Erfahrung. Eine Auskunft über qualifizierte
Handwerker vor
Ort erteilen die zuständigen Handwerkskammern.
Eine
Übersicht findet sich im Internet auf den
Seiten des
Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH)
unter:
www.zdh.de/handwerksorganisationen.html.
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