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No. 10: Die Zukunft ist weiblich
 

Lesezeichen

 

Klaus Harpprecht
Die Gräfin
Marion Dönhoff 


Rezensiert von Thomas Sommer


Entgegen den Gepflogenheiten ihrer Zunft war sie zeitlebens mit dem "Du" sparsam. In der Regel kamen nur ihre engsten Freunde in den Genuss dieses Zeichens großer Vertrautheit. In der Redaktion hatte sie nichts dagegen, wenn man sie als "Gräfin" ansprechen ließ. Die Rede ist von einer Frau, die mit Fug und Recht als die bedeutendste Publizistin der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet werden kann: Marion Dönhoff - Aristokratin und Bürgerin in einer Person.

Als langjährige Herausgeberin des Wochenblatts "Die Zeit" hat sie Geschichte geschrieben. Als Chronistin der Vertreibung aus ihrer ostpreußischen Heimat wurde sie zur Bestsellerautorin. Als Anwältin der Versöhnung von Ost und West setzte sie moralische Maßstäbe: für die Politik, für die Gesellschaft, für das Zusammenleben der Völker im vereinten Europa.

Altbundeskanzler Helmut Schmidt nannte sie in einem Nachruf zu ihrem Tot im März 2002 eine "wegweisende Mitbürgerin".

Wie war eine einzelne Frau zu all diesen Leistungen fähig? Was trieb sie an? Wer gehörte zu ihren Freunden und Weggefährten? Genau diese Fragen beantwortet Klaus Harpprecht in der Biographie "Die Gräfin". Als erster Biograph konnte er alle privaten und offiziellen Briefwechsel und Auszeichnungen Marion Dönhoffs einsehen und gibt dem Leser zum ersten Mal Einblick in ihre Persönlichkeit mit all ihren menschlichen Zügen.



Klaus Harpprecht
Die Gräfin
Marion Dönhoff
416 Seiten - 24,90 EUR (D)
ISBN 978-498-02984-5