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Kinder,
Küche, Kirche - oder kurz "Die drei K". Diese Alliteration beschrieb
jahrzehntelang den Platz der Frau in der deutschen Gesellschaft. Die Frau habe
sich in erster Linie um die Erziehung des Nachwuchses zu kümmern - so die gängige
Meinung. Berufstätige Mütter bezeichnete man schnell als so genannte Rabenmütter. Langsam wandelt sich
jedoch das Bild der Frau in der
Gesellschaft. Familie und berufliche Karriere schließen sich nicht mehr zwangsläufig aus. Kinder, Küche
und Karriere sind die
drei K der Zukunft.
Sie
haben keine Zeit zu verlieren und trotzdem arbeiten sie oftmals
effizienter als manch einer ihrer Kollegen. Ihre Belastung ist groß,
wartet doch nach dem Erst-Job noch der nicht minder anstrengende
Zweit-Job: die Familie. "Ich führe ein sehr erfolgreiches,
kleines Familienunternehmen." Seit 2003 wirbt der Wuppertaler
Haushaltsgerätehersteller Vorwerk mit verschiedensten Maßnahmen für
das Ziel "Mehr Anerkennung für Familienarbeit". Ein
Jahr später startete die Initiative "Familien-Managerin des
Jahres". Vorwerk holte damit die Fernsehwerbung ins reale Leben.
Hausarbeit ist ein Karrierekiller
Trotz hoher fachlicher Qualifikationen fällt zahlreichen Müttern
der Weg in das Berufsleben nach wie vor schwer. Hausarbeit erweist
sich in vielen Fällen sogar als echter Karrierekiller. Zu diesem
Ergebnis kommt beispielsweise eine Studie des Deutschen Instituts
für Wirtschaftsforschung. Die Autorin der Studie, Silke Aigner,
kommt zu dem Schluss, dass Hausarbeit sogar einen nicht
unerheblichen Grund für die Lohnungleichheit von Männern und
Frauen darstellt. Immer noch arbeiten Männer weniger im Haushalt
als ihre Frauen. Folglich können Frauen insgesamt weniger Zeit
und Energie für die Erwerbstätigkeit aufbringen.
Eine hoch qualifizierte Arbeitnehmerin, die einen Kinderwunsch
hegt und sich für die dazu notwendige Auszeit zur Erziehung des
Kindes entscheidet, wählt, nach Aussage des Kieler Institut für
Weltwirtschaft, von vornherein eher keinen Beruf aus einer
typischen Männerdomäne. Hier ist die Entwertung der beruflichen
Kenntnisse, die bei einer längeren Auszeit zwangsläufig
eintritt, besonders hoch.
Viele moderne Frauen wollen beides: Familie und Karriere. Doch
Familienfreundliche Teilzeit-Stellen sind immer noch selten.
Familienfreundlichkeit als Strategie
Viele
Eltern sind mit ihren Arbeitszeiten unzufrieden. Während Mütter
oftmals länger arbeiten wollen, möchten viele Väter zu Gunsten
der Familie beruflich kürzer treten. Moderne Arbeitszeitkonzepte
zeigen einen Weg aus diesem Dilemma. Teilzeit ist nur einer von
ihnen.
"Es
ist ein Irrglaube, dass sich nur große Unternehmen
Familienfreundlichkeit leisten können", erklärt Sofie
Geisel, Leiterin des Netzwerkbüros Erfolgsfaktor
Familie. Gemeinsam mit den Spitzenverbänden der deutschen
Wirtschaft (ZDH, DIHK, BDI, BDA) und dem DGB setzt sich mit diesem
Unternehmensprogramm das Bundesfamilienministerium dafür ein,
Familienfreundlichkeit zu einem Markenzeichen der deutschen
Wirtschaft zu machen.
Holger
Schwannecke, Geschäftsführer des Zentralverband des
deutschen Handwerks (ZDH) weiß: "Motivierte und leistungsbereite Mitarbeiter sind die zentrale Voraussetzung für
den wirtschaftlichen Erfolg von Handwerksbetrieben. Das Handwerk
setzt deshalb immer stärker auf familienbewusste Unternehmensführung
als Erfolgsfaktor, um qualifiziertes Personal zu binden oder Nachwuchskräfte zu gewinnen."
Handwerksunternehmen seien schon immer gut darin gewesen, familienbewusste Lösungen flexibel
und mit wenig Aufwand umzusetzen - und das mit großem Nutzen für
alle Beteiligten.
Ein Arbeitskonzept in sechs Eckpunkten
Christina Klenner vom Wirtschafts-
und Sozialwissenschaft- lichen Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung,
und Svenja Pfahl vom Institut für
sozialwissenschaftlichen Transfer (Sowitra) haben auf der Basis
von Datenanalysen und guter betrieblicher Praxis sechs Eckpunkte für
ein familien- und gleichstellungsorientiertes Arbeitskonzept
entwickelt.
Sie lauten:
1. Abschied vom "sorglosen Arbeiter"
Betriebe müssen erkennen, dass ihre Beschäftigten grundsätzlich
in zwei Sphären eingebunden sein können: in der (bezahlten)
betrieblichen und der (unbezahlten) familiären Arbeit.
2. Neuer Arbeitszeitstandard und Recht auf Fürsorge
Die Betreuung und Erziehung von Kindern und die Pflege von Angehörigen
kann arbeits- und sozialrechtlich anders behandelt werden als
andere Lebensabschnitte.
3. Garantierte Teilzeitarbeit an jedem Arbeitsplatz
Auch wenn es gesetzliche Regelungen gibt ist Teilzeitarbeit keine
betriebliche Selbstverständlichkeit. Trotzdem sollten an allen
Arbeitsplätzen das individuell gewünschte Arbeitszeitvolumen möglich
sein.
4. Überwindung des Dogmas der Vollzeitkultur
In Zukunft müsste es verschiedene Kombinationen von Teilzeit- und
Vollzeitarbeit geben.
5. Zurückdrängen der Kultur der überlangen Arbeitszeiten
Führungskräfte sollten auch daran gemessen werden, ob Beschäftigte
ihre Leistungen auch ohne überlange Arbeitszeiten erbringen.
6. Anreize für eine stärker egalitäre Arbeitszeitverteilung
zwischen den Geschlechtern
Die Abschaffung des Ehegattensplittings würde in Richtung einer
stärker egalitären Arbeitszeitverteilung wirken. Heute würde
das Ehegattensplitting einen großen Einkommensunterschied
zwischen den Geschlechtern belohnen und führe damit zwangsläufig
auch zu unterschiedlich langen Arbeitszeiten.
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