Entgegen
den Gepflogenheiten ihrer Zunft war sie zeitlebens mit
dem "Du" sparsam. In der Regel kamen nur ihre engsten
Freunde in den Genuss dieses Zeichens großer Vertrautheit. In der Redaktion hatte sie nichts
dagegen, wenn man sie als "Gräfin" ansprechen ließ. Die
Rede ist von einer Frau, die mit Fug und Recht als die bedeutendste
Publizistin der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet werden kann:
Marion Dönhoff - Aristokratin und Bürgerin in einer Person.
Als langjährige Herausgeberin des Wochenblatts "Die
Zeit" hat sie Geschichte geschrieben. Als Chronistin der
Vertreibung aus ihrer ostpreußischen Heimat wurde sie zur
Bestsellerautorin. Als Anwältin der Versöhnung von Ost und West
setzte sie moralische Maßstäbe: für die Politik, für die
Gesellschaft, für das Zusammenleben der Völker im vereinten
Europa.
Altbundeskanzler Helmut Schmidt nannte sie in einem Nachruf zu
ihrem Tot im März 2002 eine "wegweisende Mitbürgerin".
Wie war eine einzelne Frau zu all diesen Leistungen fähig? Was
trieb sie an? Wer gehörte zu ihren Freunden und Weggefährten?
Genau diese Fragen beantwortet Klaus Harpprecht in der Biographie
"Die Gräfin". Als erster Biograph konnte er alle
privaten und offiziellen Briefwechsel und Auszeichnungen Marion Dönhoffs
einsehen und gibt dem Leser zum ersten Mal Einblick in ihre Persönlichkeit
mit all ihren menschlichen Zügen.
Der Autor
Klaus
Harpprecht geboren 1927, hat als Journalist
unter
anderem für RIAS, SFB und ZDF gearbeitet, vor
allem in den
Vereinigten Staaten. Von 1966 bis 1969 war er
Leiter des S.
Fischer Verlags und von 1972 bis 1974 Chef der
Schreibstube und Berater Willy Brandts. Lebt als freier
Schriftsteller in Frankreich.
Publikationen u.a.: "Georg
Foster oder die Liebe zur Welt"
(1990), "Thomas Mann. Eine
Biographie" (1995), "Im
Kanzleramt. Tagebuch der Jahre mit
Willy Brandt"
(2000), "Harald
Poelchau - Ein Leben im Widerstand"
(2004). Zusammen mit Michael Naumann ist er Herausgeber
der "Anderen Bibliothek".
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