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Vor
20 Jahren strömten Hunderttausende DDR-Bürger auf die Straßen und
brachten mit friedlichen Mitteln das sozialistische System ins
Wanken.
Nachfolgend
sehen Sie eine Auflistung einiger der wichtigsten Ereignisse des
Wendeherbstes 1989.
7.
Mai 1989 - Der Anfang vom Ende
In der DDR werden die Kommunalparlamente neu gewählt - und das
Ergebnis steht schon vorher fest. "Falten gehen" hieß das
im Volksmund. Der Zettel mit der feststehenden Kandidaten- liste
wurde ohne Benutzung der Wahlkabine gefaltet und in die Wahlurne
gesteckt. Nein-Stimmen kennt das DDR-Wahlrecht nicht.
Doch die DDR-Bürgerrechtler können ihren ersten großen Erfolg
für sich verbuchen. Sie können nachweisen, dass zwischen den von
Ihnen in den Wahllokalen mitgezählten und den später offiziell
veröffentlichten Ergebnissen Differenzen bestehen. Das Ergebnis war
gefälscht!
Der Wahlbetrug spricht sich herum. Am 7. eines jeden Monats wurde
seitdem in Ost-Berlin und anderen Städten der DDR öffentlich gegen
die Wahlfälschung demonstriert.
Juli
1989 - Flucht über Ungarn
Westdeutsche Medien berichten von einer steigenden Fluchtwelle von
DDR-Bürgern über Ungarn in das benachbarte Österreich. Anfangs
nehmen die ungarischen Grenzposten die Flüchtlinge fest, liefern
sie aber immer seltener an die DDR-Staatssicherheit aus.
Juli
1989 - Flucht über Ungarn
Über
100 DDR-Bürger, die Zuflucht in der Budapester Botschaft gefunden
haben, werden über Österreich in die Bundesrepublik ausgeflogen.
4.
September 1989 - Wir sind das Volk
In
Leipzig begannen die Montagsdemonstrationen, die sich an die
Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche anschlossen, die seit
Mitte der 80er Jahre maßgeblich von den Pfarrern Christian Führer
und Christoph Wonneberger geleitet wurden. Hunderttausende DDR-Bürger
skandierten fortan Woche für Woche im ganzen Land die Worte
"Wir sind das Volk".
10.
September 1989 - Ungarn öffnet die Grenze
"Wir
sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre
Ausreise..." Außenminister Hans-Dietrich Genscher kann die
freudige Nachricht nicht vollenden. Fast 6.000 Flüchtlinge, die
schon seit Tagen das Gelände der bundesdeutschen Botschaft in Prag
bevölkern brechen in einem unbändigen Jubel aus.
Die Botschaftsflüchtlinge bekommen ihre langersehnte
Ausreiseerlaubnis. Kurze Zeit später werden die DDR-Flüchtlinge
mit Sonderzügen von Prag in das bayerische Hof gebracht.
Unter der Bevölkerung der DDR verbreitet sich die Nachricht wie ein
Lauffeuer. Schon am 4. Oktober bevölkern schon wieder rund 5.000
Menschen das Prager Botschaftsgelände.
Ab November erlaubt die Tschechoslowakei eine direkte Ausreise der
Flüchtlinge.
7.
Oktober - 40. Staatsjubiläum der DDR
Zehntausende
DDR-Bürger demonstrieren am Rande des 40.jährigen Staatsjubiläums
der DDR für eine demokratische Erneuerung des Sozialismus. Der
sowjetische Staatschef Gorbatschow mahnt die DDR zu grundlegenden
Reformen. Gorbatschow wörtlich: "Wer zu spät kommt, den
bestraft das Leben."
18.
Oktober 1989
DDR-Staatschef
Erich Honecker verliest im Zentralkomitee der SED eine förmliche Rücktrittserklärung.
4.
November 1989 - Die größte Protestveranstaltung der DDR
Über
eine Millionen Menschen demonstrieren in Ost-Berlin bei der größten
Protestveranstaltung in der Geschichte der DDR.
9.
November 1989 - Die Mauer ist offen
Am
Abend des 9. November verlas SED-Funktionär und Mitglied des Politbüros
des ZK der SED im Rahmen einer internationalen Pressekonferenz als
Antwort auf die Frage des italienischen Journalisten Riccardo
Ehrmann die Nachricht über eine neue Reiseregelung - das Ende der
DDR.
Schabowski: "Das tritt nach meiner Kenntnis ... ist das sofort
... unverzüglich."
Der Grenzübergang an der Bornholmer Straße war nach Günter
Schabowskis Pressekonferenz der erste Grenzübergang in Berlin.
12.
November 1989 - Die Mauer wird abgebaut
Am Potsdamer
Platz wurde ein Stück der Mauer entfernt und ein provisorischer
Grenzübergang geschaffen.
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