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No. 11: Wir sind das Volk - 20 Jahre Mauerfall
 

Chronik

 



Die Ereignisse im Zeitraffer

Von Thomas Sommer


Vor 20 Jahren strömten Hunderttausende DDR-Bürger auf die Straßen und brachten mit friedlichen Mitteln das sozialistische System ins Wanken.

Nachfolgend sehen Sie eine Auflistung einiger der wichtigsten Ereignisse des Wendeherbstes 1989. 

7. Mai 1989 - Der Anfang vom Ende


In der DDR werden die Kommunalparlamente neu gewählt - und das Ergebnis steht schon vorher fest. "Falten gehen" hieß das im Volksmund. Der Zettel mit der feststehenden Kandidaten- liste wurde ohne Benutzung der Wahlkabine gefaltet und in die Wahlurne gesteckt. Nein-Stimmen kennt das DDR-Wahlrecht nicht.

Doch die DDR-Bürgerrechtler können ihren ersten großen Erfolg für sich verbuchen. Sie können nachweisen, dass zwischen den von Ihnen in den Wahllokalen mitgezählten und den später offiziell veröffentlichten Ergebnissen Differenzen bestehen. Das Ergebnis war gefälscht!

Der Wahlbetrug spricht sich herum. Am 7. eines jeden Monats wurde seitdem in Ost-Berlin und anderen Städten der DDR öffentlich gegen die Wahlfälschung demonstriert.

Juli 1989 - Flucht über Ungarn

Westdeutsche Medien berichten von einer steigenden Fluchtwelle von DDR-Bürgern über Ungarn in das benachbarte Österreich. Anfangs nehmen die ungarischen Grenzposten die Flüchtlinge fest, liefern sie aber immer seltener an die DDR-Staatssicherheit aus. 

Juli 1989 - Flucht über Ungarn

Über 100 DDR-Bürger, die Zuflucht in der Budapester Botschaft gefunden haben, werden über Österreich in die Bundesrepublik ausgeflogen.

4. September 1989 - Wir sind das Volk

In Leipzig begannen die Montagsdemonstrationen, die sich an die Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche anschlossen, die seit Mitte der 80er Jahre maßgeblich von den Pfarrern Christian Führer und Christoph Wonneberger geleitet wurden. Hunderttausende DDR-Bürger skandierten fortan Woche für Woche im ganzen Land die Worte "Wir sind das Volk".


10. September 1989 - Ungarn öffnet die Grenze

"Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise..." Außenminister Hans-Dietrich Genscher kann die freudige Nachricht nicht vollenden. Fast 6.000 Flüchtlinge, die schon seit Tagen das Gelände der bundesdeutschen Botschaft in Prag bevölkern brechen in einem unbändigen Jubel aus. 

Die Botschaftsflüchtlinge bekommen ihre langersehnte Ausreiseerlaubnis. Kurze Zeit später werden die DDR-Flüchtlinge mit Sonderzügen von Prag in das bayerische Hof gebracht.

Unter der Bevölkerung der DDR verbreitet sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. Schon am 4. Oktober bevölkern schon wieder rund 5.000 Menschen das Prager Botschaftsgelände. 

Ab November erlaubt die Tschechoslowakei eine direkte Ausreise der Flüchtlinge. 


7. Oktober - 40. Staatsjubiläum der DDR  

Zehntausende DDR-Bürger demonstrieren am Rande des 40.jährigen Staatsjubiläums der DDR für eine demokratische Erneuerung des Sozialismus. Der sowjetische Staatschef Gorbatschow mahnt die DDR zu grundlegenden Reformen. Gorbatschow wörtlich: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben."

18. Oktober 1989

DDR-Staatschef Erich Honecker verliest im Zentralkomitee der SED eine förmliche Rücktrittserklärung.

4. November 1989 - Die größte Protestveranstaltung der DDR

Über eine Millionen Menschen demonstrieren in Ost-Berlin bei der größten Protestveranstaltung in der Geschichte der DDR.

9. November 1989 - Die Mauer ist offen

Am Abend des 9. November verlas SED-Funktionär und Mitglied des Politbüros des ZK der SED im Rahmen einer internationalen Pressekonferenz als Antwort auf die Frage des italienischen Journalisten Riccardo Ehrmann die Nachricht über eine neue Reiseregelung - das Ende der DDR.

Schabowski: "Das tritt nach meiner Kenntnis ... ist das sofort ... unverzüglich."

Der Grenzübergang an der Bornholmer Straße war nach Günter Schabowskis Pressekonferenz der erste Grenzübergang in Berlin.

12. November 1989 - Die Mauer wird abgebaut 

Am Potsdamer Platz wurde ein Stück der Mauer entfernt und ein provisorischer Grenzübergang geschaffen.