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Joachim
Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später
studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche
in Mecklenburg.
Distanz
zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie
selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und
schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989.
Nach dem
Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde
Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster
Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Im Kampf gegen das
Vergessen und Verdrängen blieb für den Redner und Kommentator
Gauck das große Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt
ausschied.
Zu seinem 70. Geburtstag hat Joachim Gauck seine Erinnerungen
aufgeschrieben. Ihm ist ein gleichermaßen politisches wie emotional
berührendes Buch gelungen, in dem er in klaren Bildern dir
traumatisierende Erfahrung der Unfreiheit und das beglückende
Erlebnis der Freiheit nachzeichnet und den schwierigen Übergang von
erzwungener Ohnmacht zu einem selbstbestimmten Leben beschreibt.
Als Akteur von damals ist nicht der Fall der Mauer das zentrale
Ereignis. Vielmehr sei ohne den 7. Oktober in Plauen, die
Montagsdemonstrationen und insbesondere den 9. Oktober in Leipzig
der 9. November nicht möglich gewesen. "Die Mauer fiel erst,
als ihre Bauherren fielen. Vor der Einheit kam die Freiheit."
Joachim Gauck
Winter im Sommer - Frühling im Herbst
Erinnerungen
346
Seiten -
22,95
EUR (D)
ISBN
978-3-88680-935-6
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