|
Mauerfall
und Grenzöffnung - der Mann, der in einer folgenreichen
Pressekonferenz am 9. November 1989 dieses historische Ereignis mit
einer eher beiläufigen Bemerkung auslöste, rollt die Geschehnisse
der letzten Tage der DDR noch einmal auf.
Kein
anderer SED-Spitzenfunktionär hat sich in den letzten 20 Jahren so
deutlich zu seiner Mitverantwortung und moralischen Schuld bekannt.
Schon kurz nach der Wende lernte Frank Sieren Schabowski persönlich
kennen. In seiner Berliner Wohnung schlug er ihm ein
"Geschäft" vor: "Ihr erklärt mir, wie man mein
neugekauftes Westregal zusammenbaut, und ich erzähle euch, wie die
Bonzen in der DDR gelebt haben." Herausgekommen ist im Herbst
1990 das Buch "Eine Befragung".
20 Jahre später nun ein weiterer Gesprächsband: Wir haben fast
alles falsch gemacht. Schabowski ist inzwischen überzeugt, dass der
Kommunismus sowjetischer Prägung und damit auch die DDR vom ersten
Tag an nicht überlebensfähig war. Er gehört damit zu den wenigen
ehemaligen Kadermitgliedern, die sich kritisch mit der eigenen
Vergangenheit auseinandergesetzt haben.
Schonungslos berichtet er im Gespräch mit Frank Sieren, wie
engstirnig, bürokratisch und ideologisch verblendet die DDR-Führung
dachte und handelte und welch abgrundtiefe Distanz zwischen
Regierenden und Bürgern bestand.
Eine gänzlich unsentimentale Bilanz eines Mannes, der darlegt,
warum der Traum vom Sozialismus scheiterte, und gleichzeitig mit
scharfem Blick des Außenseiters die Schwächen der westdeutschen
Demokratie offengelegt.
Günter Schabowski
im Gespräch mit Frank Sieren
Wir haben fast alles falsch gemacht
Die letzten Tage der DDR
288 Seiten - 19,90 EUR (D)
ISBN 978-3-430-30021-6
|