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Der
Turm,
so lautet nicht nur der Titel des epochalen Romans von Uwe Tellkamp.
Der
Turm ist auch die Bezeichnung für ein Stadtviertel in Dresden,
in dem der Roman spielt. Am besten erreicht
man den Turm mittels der Standseilbahn.
Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner
Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit
Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber
humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems,
in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind.
Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen
im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den
Zumutungen des Systems in der Nische, der "süßen Krankheit
Gestern" der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin
Niklas Tietze - oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu
wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will,
bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg
scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein
Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der "roten
Aristokratie" im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk
"Ostrom", wo die Nomenklatur residiert, die Lebensläufe der
Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht
gesprochen wird.
Uwe Tellkamp
Der Turm
Geschichte aus einem versunkenen Land
976 Seiten - 24,80 EUR (D)
ISBN 978-3-518-42020-1
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