Aufgewachsen
in einem sächsischen Pfarrhaus, entschied Christian Führer sich
frühzeitig für ein Theologiestudium. Neben seiner Arbeit für
die Kirche setzte er sich besonders für die Andersdenkenden in
der DDR ein, die wegen ihrer politischen Überzeugung oder ihrer
Kritik am System in Bedrängnis gerieten.
Als er 1980 nach Leipzig an die Nikolaikirche berufen wurde,
setzte er dieses Engagement fort. Die Nikolaikirche war fortan
"Offen für alle" und wurde in der DDR zum Inbegriff von
Freiheit und Toleranz.
Immer mehr Menschen kamen zu den wöchentlichen Friedensgebeten.
Schließlich versammelten sich am 9. Oktober 1989 über 70.000
DDR-Bürger in der Leipziger Innenstadt zur bis dahin größten
"Montagsdemonstration" - der Beginn der Friedlichen
Revolution.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands setzte Pfarrer Führer
sein politisches Engagement fort. Er engagierte sich für
Arbeitslose, verhinderte Aufmärsche von Neonazis oder
protestierte gegen die Schließung traditioneller Unternehmen.
Christian Führer erzählt von den Ereignissen, von den Werten und
Überzeugungen, die ihm wichtig sind und von besonderen
Begegnungen mit Menschen wie Michail Gorbatschow oder Desmond
Tutu.
Selbst fasst er die historischen Ereignisse im Oktober folgendermaßen
zusammen: "9. Oktober 1989, Leipzig. Keine Gewalt. Ein Wunder
biblischen Ausmaßes. Und wir sind dabei gewesen!".
Der Autor
Christian
Führer, geboren 1943 in Leipzig, war fast 30
Jahre
lang Pfarrer an der Nikolaikirche in Leipzig.
Die Montags-
demonstrationen, die entschieden zur friedlichen
Revolution
und dem Ende der DDR beitrugen, schlossen sich
an die -
von Pfarrer Führer geleiteten - Friedensgebete
an.
Seit der Wende setzt sich Führer besonders für
Arbeitslose
ein. 2005 erhielt er zusammen mit Michail
Gorbatschow den
Augsburger Friedenspreis.
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