polinomics - No. 11: Wir sind das Volk - 20 Jahre Mauerfall / Chronik
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No. 11: Wir sind das Volk - 20 Jahre Mauerfall  
   
 

 




Editorial
Interview mit Katrin Göring-Eckardt
Die Ereignisse im Zeitraffer
Zahlen, Daten, Fakten
Der israelische Sicherheitszaun
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Hintergrund


Daten, Zahlen, Fakten

Wie lang war denn nun eigentlich die Mauer und wann wurde sie gebaut? Wie viele Menschen mussten den Fluchtversuch mit ihrem Leben bezahlen? polinomics hat die wichtigsten Daten, Zahlen und Fakten zum Thema deutsch-deutsche Grenze zusammengetragen.
 


Von Thomas Sommer


Film: "Eingemauert" ist ein Filmprojekt der Deutschen Welle
Quelle: youtube.de

            



Die Sektoren

Die Stadt Berlin war insgesamt in vier Sektoren geteilt: in den amerikanischen, französischen, britischen und sowjetischen Sektor. Ein Durchlass gab es über mehrere Grenzübergänge. Der wohl bekannteste ist der Grenzübergang Checkpoint- Charlie.

Die Mauer

Die Berliner Mauer wurde am 13. August 1961 errichtet und teilte Deutschland und die Welt für 28 Jahre in West und Ost. Sie bestand aus Stacheldraht und Beton (Sperrmauer Richtung West-Berlin) und war 155 km lang und 3,60 m hoch. Die Mauer wurde in der DDR als "befestigte Staatsgrenze" bzw. als "antifaschistischer Schutzwall" bezeichnet. Den Inner- städtischen Verlauf der Mauer in 3D-Ansicht findet sich hier.
Die Spuren der Mauer in Berlin sind mittlerweile selten geworden und finden sich noch an diesen Stellen

Die Trennung

Die Mauer trennte neben unzähligen Familien auch acht S-Bahnlinien, vier U-Bahn-Stränge und 193 Haupt- und Nebenstraßen. Nicht zuletzt durch den Erfolg von Leander Haußmanns Kinofilm, wurde die Sonnenallee jedem Deutschen (in West und Ost) ein Begriff. Der Ost-Berliner Teil der Sonnenallee war mit etwa 4.000 Metern sehr kurz. Über den innerstädtischen Grenzübergang Sonnenallee konnten am 10. November 1989 zahlreiche DDR-Bürger in den Westteil gehen.

Ständige Beobachtung

Rund um West-Berlin gab es 302 Beobachtungstürme. Das so genannte Grenzkommando Mitte der Grenztruppen der DDR war für den Schutz der Grenze zu West-Berlin zuständig. Ihr gehörten ca. 11.500 Soldaten und 500 Zivilbeschäftigte an.

Die Grenztruppen

Das Grenzkommando Mitte konnte auf 570 Schützenpanzer- wagen, 50 Granatwerfer, 50 Panzerabwehrkanonen und 110 Flammenwerfer zurückgreifen. Außerdem gehörten 150 gepanzerte Fahrzeuge und schwere Pioniertechnik sowie 2.300 Kraftfahrzeuge zum Grenzkommando-Fuhrpark. Ergänzt wurde die Technik mit rund 1.000 Hunden.

Die Mauertoten

An der Berliner Mauer wurden mindestens 136 Menschen getötet oder kamen in unmittelbaren Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben. Mindestens 251 Reisende aus Ost und West verstarben vor, während oder nach Kontrollen an den Berliner Grenzübergängen. Ida Siekmann war das erste Todesopfer. Sie kam am 22. August 1961 bei einem Sprung aus dem Fenster in der Bernauer Straße ums Leben. Die ersten tödlichen Schüsse wurden zwei Tage später, am 24. August 1961, auf den nur 24-jährigen Günter Litfin abgefeuert. Litfin wurde am Humboldthafen von Transport-Polizisten bei einem Fluchtversuch erschossen. Das letzte Maueropfer war Winfried Freudenberg, dem nur wenige Monate vor dem Fall der Mauer am 8. März 1989 die Flucht mit einem Heißluftballon gelang, jedoch über West-Berlin abstürzte und tödlich verunglückte. Chris Gueffroy war das letzte Todesopfer an der Berliner- Mauer, der in der Nacht vom 5. auf den 6. Februar 1989 durch Waffeneinsatz ums Leben kam. Der Gedenkort Weißes Kreuz am Ufer der Spree am Friedrich-Ebert-Platz neben dem Reichstag erinnert an die Todesopfer der Mauer. 

Das Ende der Mauer

Am 9. November 1989 um exakt 23.30 Uhr kamen die ersten DDR-Bürger am Grenzübergang Bornholmer Straße in den Westen. In den ersten vier Tagen nach dem Mauerfall strömten ca. 4,5 Millionen Ostdeutsche über die nun offene Grenze.

 

 

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© Thomas Sommer 2006 - 2009