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Böse Zeitgenossen könnten an dieser Stelle sagen: Wer interessiert sich noch für die FDP? Ihre Umfragen liegen bei drei bis vier Prozent (die AfD kommt auf sechs und mehr) und die Partei kann kaum Geld für den Wahlkampf ausgeben. Sorgen machen müssen sich die Liberalen trotzdem nicht. Dank der Aufhebung der Sperrklausel bei Europawahlen durch das Bundesverfassungsgericht ist der Einzug ins Parlament so gut wie sicher. Nur für 12 Abgeordnete wird es diesmal bestimmt nicht reichen.
Die wichtigsten Punkte des FDP-Wahlprogramms kurz und
kompakt.
Die FDP...
- will, dass
substanzielle Hoheitsübertragungen nur per Volksabstimmungen auf
Bundesebene getroffen werden können.
- will einen
Normenkontrollrat schaffen, der Kosten von europäischen
Gesetzesvorhaben und Regelungen unabhängig abschätzen kann.
- will das Europaparlament stärken und zu einem echten
Vollparlament mit Initiativrecht machen (Gesetzgebung).
-
will die EU-Kommission um mindestens ein Drittel verkleinern
und effizienter machen.
- will, dass der Europäische Rat
abgeschafft wird.
- will die Finanztransaktionssteuer und
die Frauenquote für Aufsichtsräte abschaffen.
- ist gegen
die Vorratsdatenspeicherung.
- ist gegen ein europäisches
Grenzregister.
- ist für ein Verbot der Spionage
innerhalb der EU.
- will, dass kein Land für die Schulden
eines anderen Landes haften muss.
- will ein
Insolvenzrecht für Staaten schaffen und einen Austritt aus dem
Euro ermöglichen.
- ist gegen eine europaweite
Harmonisierung der Steuersätze.
- will stärker gegen
Steuerflucht vorgehen.
- ist für eine Bankenunion, die
den Steuerzahler schützt.
- will europäische Subventionen
zurückfahren.
- will eine Entbürokratisierung und mehr
Rechtssicherheit für Unternehmen.
- will das ein KMU-Test
alle geplanten EU-Richtlinien und -Verordnungen automatisch auf
die Auswirkungen auf kleine und mittlere Unternehmen hin
überprüft.
- will das Vergaberecht und europäische
Ausschreibungen vereinfachen.
- will die Freizügigkeit
der Arbeitnehmer erleichtern (Anerkennung von
Bildungsabschlüssen u.ä.).
- ist für ein
Freihandelsabkommen mit den USA und will den Weg für weitere
Freihandelsabkommen einschlagen (Südamerika, Asien).
-
will regionale und staatliche Monopole und Kartelle der
nationalen Energieversorgung beseitigen.
Spitzenkandidat der Partei
ist Alexander Graf Lamsdorff.
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