No. 13: Das globale Klassenzimmern
 

Bildung
Juni 2014

 



5 Schritte für ein erfolgreiches E-Learning

Von Thomas Sommer


Videos im Internet ersetzen den Hörsaal. Kurse von Elite-Hochschulen können am Küchentisch verfolgt werden. Das Beratungsunternehmen Roland Berger sieht ein enormes wirtschaftliches Potential im E-Learning. polinomics zeigt, wie
es mit dem Online-Studium klappt.


1. Online-Studium. Ist das etwas für mich?

Genau wie beim klassischen Studium an einer Hochschule, muss man sich vor Beginn des Online-Studiums fragen, ob eine solche Form der Bildung überhaupt den eigenen Vorstellungen entspricht. Nachfolgend sind daher einige Vor- und Nachteile des Online-Studiums aufgeführt.

Die Vorteile:

- das Studium lässt sich zeitlich flexibel gestalten (ideal neben
dem Beruf)
- die Lektionen können beliebig häufig wiederholt werden
(Videos können mehrfach gestartet und Texte nochmals
gelesen werden)
- die Kurse können auch mobil per Smartphone, Tablet oder
Notebook absolviert werden (beispielsweise in Bus und Bahn
auf dem Weg zur Arbeit)
- die Kurse sind bei den meisten Anbietern kostenfrei -
lediglich wer ein Zertifikat erwerben will, muss teilweise eine
Gebühr bezahlen

Die Nachteile:

- Kontakt zu Mitstudierenden und Lehrkräften findet meist nur
auf elektronischem Weg statt (Diskussionsforen, E-Mail)
- ein Online-Studium erfordert eine Menge Selbstdisziplin
(nach einem stressigen Arbeitstag noch eine Vorlesung
hören und zwischendurch Übungsaufgaben erledigen ist
nicht für jeden etwas)
- ein Studium an einer klassischen Hochschule kann ein
Online-Studium nicht ersetzen (will es aber auch nicht)

Aber wie heißt es so schön? Probieren geht über studieren! Probieren Sie daher doch einfach einmal ein Online-Studium aus. Wann haben Sie sonst schon die Chance, ein Harvard- oder MIT-Zertifikat zu erwerben?

2. Den Markt sichten

Nach einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger (Unternehmen lernen online) tummeln sich allein in Europa 3.000 Unternehmen im E-Learning-Geschäft. Hier den Überblick zu behalten ist nicht leicht. Einen ersten Überblick mit Suchfunktion bietet beispielsweise die Europäische Kommission mit Open Education Europa. Zusätzlich hat polinomics ebenfalls einige der bedeutendsten Anbieter (national und international) unter die Lupe genommen.

3. Welchen Kurs hätten Sie den gerne?

Ob Kulturwissenschaftler oder Jurist. BWL ist spätestens nach dem Studium in vielen Jobs gefragt. Wie wäre es also mit einem Einführungskurs in die Betriebswirtschaftslehre? Grundlagenkurs Unfallchirurgie, Introduction to Physical Chemistry oder Computer Science: Die Angebotspalette ist breit und deckt nahezu alle erdenklichen Bereiche ab. Hier ist für jeden etwas dabei!

4. Zertifikat ja oder nein

Wenn der richtige Kurs beim richtigen Anbieter gefunden ist, stellt sich die Frage: Zertifikat ja oder nein. Wer sein Wissen lediglich auffrischen will, für den reicht es in den meisten Fällen, nur die Videos anzusehen und den ein oder anderen Begleittext zu lesen. Für eine berufliche Weiterbildung ist es jedoch ratsam, ein Zertifikat als Nachweis für den Arbeitgeber (für den Lebenslauf) zu erwerben.

5. Es bleibt oft nicht bei einem Kurs

Es zeigt sich: Wer den ersten Kurs abgeschlossen hat, bucht oftmals gleich den nächsten. Denn nie war Lernen so einfach wie heute!