|
Metadaten sind das neue Gold, sagt Peter
Schaar, Deutschlands bekanntester Datenschützer, in seinem neuen
Buch: Überwachung total. Wie wir in Zukunft unsere Daten schützen.
Denn bei der Überwachung - ob von staatlicher oder privater Seite -
geht es schon lange nicht mehr nur um abgehörte Telefonate oder
kopierte E-Mails. Wichtiger sind die Metadaten: Wer hat mit wem wann
telefoniert? Wo halten Sie sich gerade auf? Welche Webseiten
besuchen Sie? Diese Über-Daten fallen bei jeder
elektronischen Interaktion an - auch in diesem Moment! Grundsätzlich
ist das nicht schlimm. Denn ohne sie gebe es kein digitales
Mobilfunknetz und auch kein Internet. Trotzdem bleibt hier ein
ungutes Gefühl. Was gebe ich eigentlich alles unbewusst über mich
und mein Verhalten preis? Wer interessiert sich dafür?
Nun,
dafür interessieren sich zum einen diverse Online-Shops, die mit den
gesammelten Informationen passgenaue Werbung im Internet platzieren
oder Banken, die ebenfalls immer schon möglichst viel über ihre
Kunden wissen wollten. Dafür interessieren sich aber auch die
verschiedenen Geheimdienste - allen voran die amerikanische National
Security Agency (NSA). Aber auch die Europäer, wie der englische
GCHQ oder aber der deutsche BND beteiligen sich an dem
flächendeckenden Daten-Abschöpfungsversuch. Aber was soll man
machen? Gleich zum Technik- oder Internet-Abstinenzler zu werden, ist bestimmt nur für die
wenigsten eine Option. Um so wichtiger ist es, Bescheid zu wissen.
Genau an diesem Punkt setzt Peter Schaars Buch an. Zuerst
stellt der Autor hierfür eine Diagnose und die lautet - niemand wird
es wundern - Totalüberwachung. Dann betrachtet er ausführlich die
Hintergründe: von der Datenverarbeitung über Big Data und den Krieg
gegen den Terror bis hin zur Vorratsdatenspeicherung. In einem
dritten Schritt widmet er sich schließlich den Reaktionen, die die
Enthüllungen von Edward Snowden in den USA, Großbritannien,
Deutschland und Europa hervorgerufen haben. Interessant ist das
Buch vor allem aber auch, weil Schaar nicht nur den Ist-Zustand mit
vielen anschaulichen Beispielen darstellt, sondern überdies auch
noch einen ausführlichen Blick in die Zukunft wagt. Zum Schluss
wird Schaar dann noch einmal ganz konkret und gibt dem Leser zehn
Tipps für den digitalen Selbstschutz mit auf den Weg.
Wer
mehr über Edward Snowden, mehr über die verschiedenen Praktiken der
Geheimdienste erfahren will oder sich einfach in dieses wichtige
Thema einlesen möchte, der macht mit Peter Schaars Überwachung
total nichts verkehrt.
Peter Schaar, Überwachung total, 301 Seiten ·
17,99 Euro (D), ISBN 978-3-351-03295-1
|