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September 2014


Kämpf um deine Daten 
 



Rezensiert von Thomas Sommer


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Max Schrems

Kämpf um deine Daten

221 Seiten · 19,95 €  (D)
ISBN 978-3990010860

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Max Schrems wurde unversehens zum Star einer ganzen Gilde. Zum Star der Datenschützer. Dabei wollte der österreichische Student der Rechtswissenschaften doch einfach nur wissen, was das soziale Netzwerk Facebook denn alles über ihn gespeichert hat. Als Antwort bekam er 1.200 DIN-A4-Seiten zugeschickt, darunter viele Daten, von denen er annahm, dass sie schon lange gelöscht seien. Mit seinem anschließenden Verfahren gegen Facebook wurde er zum international beachteten David, der gegen die Goliaths des Internet antritt.

Nun hat er ein Buch herausgebracht. Der Titel ist ebenso auffordernd wie eindringlich: Kämpf um deine Daten. Denn, davon ist Schrems überzeugt, eine der elementarsten Fragen im Strudel der Digitalisierung wird die Macht über Informationen sein, vor allem die Macht über die privaten Informationen eines jeden Einzelnen, und damit die Macht über alle.

Gleichsam locker wie präzise beleuchtet der Autor das Spannungsverhältnis zwischen den USA und Europa. Auf der einen Seite das "Land der unbegrenzten Möglichkeiten", das als einziges westliches Industrieland keinen umfassenden Schutz der Privatsphäre und persönlicher Daten kennt, und auf der anderen Seite Europa, das sich in einem hohen Maß für die Privatsphäre ihrer Bürger einsetzt. 

Ohne Panikmache zeigt Schrems dem Leser, wie die großen Konzerne uns alle durchleuchten, auch ohne das die ihre Daten angeben. Wie man aus einer großen Masse an scheinbar unproblematischen Daten sogar zukünftiges Verhalten vorausgesagt werden kann. Der Internetnutzer wird völlig unbemerkt zur Melkkuh eines neuen Rohstoffs - persönliche Daten.

Dabei haben wir alle keine Wahl. Wir müssen die modernen Kommunikationsmittel einfach nutzen. Schrems: "Ein Büromitarbeiter kann ohne Smartphone kaum arbeiten und ohne Facebook und diverse andere Dienste ist man praktisch ausgeschlossen. Friss oder stirb ist das Moto."

Bei aller Skepsis nutzt Schrems selber auch weiterhin die technischen Möglichkeiten unserer Zeit. Will er den Leser doch nicht zum digitalen Abstinenzler und damit zum sozialen Einsiedler, sondern vielmehr zu einem kritischen, mündigen Nutzer machen. Zu einem Nutzer, der nachdenkt, bevor er seine Daten weitergibt. Denn auch im Internet gilt: Zuerst Hirn einschalten!


  Der Autor

 
Max Schrems wurde 1987 in Salzburg geboren. Für sein
 Studium der Rechtswissenschaften zog er 2007 nach Wien,
 wo er seitdem lebt. Mit seiner Initiative "europe-v-
 facebook.org
" hat er das soziale Netzwerk bereits zu mehr
 Transparenz und einem verantwortungsvolleren Umgang mit
 den Daten seiner Nutzer bewegt.
 
 

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© Thomas Sommer 2006 - 2014