Max Schrems wurde unversehens zum Star
einer ganzen Gilde. Zum Star der Datenschützer. Dabei wollte der
österreichische Student der Rechtswissenschaften doch einfach
nur wissen, was das soziale Netzwerk Facebook denn alles über ihn
gespeichert hat. Als Antwort bekam er 1.200 DIN-A4-Seiten
zugeschickt, darunter viele Daten, von denen er annahm, dass sie
schon lange gelöscht seien. Mit seinem anschließenden Verfahren
gegen Facebook wurde er zum international beachteten David, der
gegen die Goliaths des Internet antritt.
Nun hat er ein
Buch herausgebracht. Der Titel ist ebenso auffordernd wie
eindringlich: Kämpf um deine Daten. Denn, davon ist Schrems
überzeugt, eine der elementarsten Fragen im Strudel der
Digitalisierung wird die Macht über Informationen sein, vor
allem die Macht über die privaten Informationen eines jeden
Einzelnen, und damit die Macht über alle.
Gleichsam
locker wie präzise beleuchtet der Autor das Spannungsverhältnis
zwischen den USA und Europa. Auf der einen Seite das "Land der
unbegrenzten Möglichkeiten", das als einziges westliches
Industrieland keinen umfassenden Schutz der Privatsphäre und
persönlicher Daten kennt, und auf der anderen Seite Europa, das
sich in einem hohen Maß für die Privatsphäre ihrer Bürger
einsetzt.
Ohne Panikmache zeigt Schrems dem Leser,
wie die großen Konzerne uns alle durchleuchten, auch ohne das
die ihre Daten angeben. Wie man aus einer großen Masse an
scheinbar unproblematischen Daten sogar zukünftiges Verhalten
vorausgesagt werden kann. Der Internetnutzer wird völlig
unbemerkt zur Melkkuh eines neuen Rohstoffs - persönliche Daten.
Dabei haben wir alle keine Wahl. Wir müssen die modernen
Kommunikationsmittel einfach nutzen. Schrems: "Ein
Büromitarbeiter kann ohne Smartphone kaum arbeiten und ohne
Facebook und diverse andere Dienste ist man praktisch
ausgeschlossen. Friss oder stirb ist das Moto."
Bei aller
Skepsis nutzt Schrems selber auch weiterhin die technischen
Möglichkeiten unserer Zeit. Will er den Leser doch nicht zum
digitalen Abstinenzler und damit zum sozialen Einsiedler, sondern
vielmehr zu einem kritischen, mündigen Nutzer machen. Zu einem
Nutzer, der
nachdenkt, bevor er seine Daten weitergibt. Denn auch im Internet
gilt: Zuerst Hirn einschalten!
Der Autor
Max Schrems wurde 1987 in Salzburg
geboren. Für sein Studium der
Rechtswissenschaften zog er 2007 nach Wien, wo
er seitdem lebt. Mit seiner Initiative "europe-v- facebook.org"
hat er das soziale Netzwerk bereits zu mehr Transparenz
und einem verantwortungsvolleren Umgang mit den
Daten seiner Nutzer bewegt.
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