Detlef Wetzel
Arbeit
4.0

Foto: Tim Gouw / https://unsplash.com/@punttim
Rezension
→Thomas Sommer
Ausgabe 17, September 2016:
Industrie 4.0
Fachkräftemangel,
Industrie 4.0, Arbeitszeitpolitik, erschöpfte
Beschäftigte. Da kommt einiges auf die Menschen zu. Was
das ist, das beschreibt Detlef Wetzel in seinem neuen
Buch "Arbeit 4.0". Doch der ehemalige IG
Metall-Vorsitzende ist niemand, der sich hinter dem
Schreibtisch verkriecht und über Themen nur
theoretisiert. Vielmehr ist er ein Mensch, der auf die
Menschen zugeht und sich ein eigenes Bild machen will.
Daher passt es auch, dass er sich für sein Buch auf die
Reise durch das Industrieland Deutschland gemacht hat,
um mit Beschäftigten, Arbeitnehmervertretern und
Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen. Passend zum Motto,
das er seiner Zukunftsreise gegeben hat: Zuhören und
gestalten.
Wetzel besuchte dafür unter
anderem die Porsche AG und erfuhr, welche klugen neuen
Wege bei der Ausbildungspraxis dort gegangen werden.
Sein Weg führte ihn aber auch nach Darmstadt, um an der
dortigen Technischen Universität mehr über das Thema
Industrie 4.0 zu erfahren. Auf der Reise-Agenda standen
aber auch noch die betriebliche Gesundheitspolitik bei
ThyssenKrupp oder auch die Arbeitszeitgestaltung bei
Gothaer Systems.
Eines ist für Detlef Wetzel
sicher, der Umbruch in der Arbeitswelt wird kommen und
unser Wirtschaftssystem, unsere Arbeitswelt und unsere
ganze Lebenswelt gehörig auf den Kopf stellen. Doch wie
die Auswirkungen letztendlich aussehen werden, lässt sich
derzeit noch schwer absehen. Eine Frage steht für den
ehemaligen IG Metall-Vorsitzenden dabei immer im
Vordergrund: Was muss Deutschland tun, damit die Zukunft
nicht nur genug Arbeit, sondern vor allem genug gute
Arbeit bereithält?.
Dieser Frage wollte er aber
nicht als Futurologe, also theoretisierend nachgehen,
sondern als Zeitgenosse. Ist Wetzel doch jemand, der
verstehen will, was jetzt in unserem Land stattfindet
und was die Menschen heute denken. Besonderes Augenmerk
hat er dabei auf die sozial-, bildungs- und
wirtschaftspolitischen Herausforderungen unserer
Gesellschaft sowie auf die Probleme der
Arbeitsplatzgestaltung gelegt.
Detlef Wetzel
Detlef Wetzel, geboren 1952 in Siegen, absolvierte nach
der Schule eine Lehre als Werkzeugmacher. Nach dem
Abitur auf dem zweiten Bildungsweg studierte er
Sozialarbeit. Seit 1980 arbeitet er für die IG Metall,
deren Vorsitzender er von 2013 bis 2015 gewesen ist.
Eines ist Detlef Wetzel am Ende
seiner Reise klar geworden: Deutschland ist voll von
klugen, kreativen und zuweilen auch überraschenden
Lösungsansätzen, um die Zukunft guter Arbeit zu sichern.

Detlef Wetzel
Was Beschäftigte und Unternehmen
verändern müssen
Verlag Herder
Gebunden
200 Seiten
18,99 Euro (D) / 19,50 Euro
(A)
ISBN 978-3-451-31306-6
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