Rezension:
→Thomas Sommer
Fachkräftemangel, Industrie 4.0,
Arbeitszeitpolitik, erschöpfte Beschäftigte. Da kommt
einiges auf die Menschen zu. Was das ist, das beschreibt
Detlef Wetzel in seinem neuen Buch "Arbeit 4.0". Doch der
ehemalige IG Metall-Vorsitzende ist niemand, der sich
hinter dem Schreibtisch verkriecht und über Themen nur theoretisiert. Vielmehr ist er ein Mensch, der auf
die Menschen zugeht und sich ein eigenes Bild machen
will. Daher passt es auch, dass er sich für sein Buch
auf die Reise durch das Industrieland Deutschland
gemacht hat, um mit Beschäftigten,
Arbeitnehmervertretern und Arbeitgebern ins Gespräch zu
kommen. Passend zum Motto, das er seiner Zukunftsreise
gegeben hat: Zuhören und gestalten.
Eines ist für Detlef Wetzel sicher, der Umbruch in der
Arbeitswelt wird kommen und unser Wirtschaftssystem,
unsere Arbeitswelt und unsere ganze Lebenswelt gehörig
auf den Kopf stellen. Doch wie die Auswirkungen
letztendlich aussehen werden, lässt sich derzeit noch
schwer absehen. Eine Frage steht für den ehemaligen IG
Metall-Vorsitzenden dabei immer im Vordergrund: Was muss
Deutschland tun, damit die Zukunft nicht nur genug
Arbeit, sondern vor allem genug gute Arbeit bereithält?.
Dieser Frage wollte er aber nicht als Futurologe, also
theoretisierend nachgehen, sondern als Zeitgenosse. Ist
Wetzel doch jemand, der verstehen will, was jetzt in
unserem Land stattfindet und was die Menschen heute
denken. Besonderes Augenmerk hat er dabei auf die
sozial-, bildungs- und wirtschaftspolitischen
Herausforderungen unserer Gesellschaft sowie auf die
Probleme der Arbeitsplatzgestaltung gelegt.
Detlef Wetzel
Detlef Wetzel, geboren 1952 in Siegen, absolvierte nach
der Schule eine Lehre als Werkzeugmacher. Nach dem
Abitur auf dem zweiten Bildungsweg studierte er
Sozialarbeit. Seit 1980 arbeitet er für die IG Metall,
deren Vorsitzender er von 2013 bis 2015 gewesen ist.
Wetzel besuchte dafür unter anderem die Porsche AG
und erfuhr, welche klugen neuen Wege bei der
Ausbildungspraxis dort gegangen werden. Sein Weg führte
ihn aber auch nach Darmstadt, um an der dortigen
Technischen Universität mehr über das Thema Industrie
4.0 zu erfahren. Auf der Reise-Agenda standen aber auch
noch die betriebliche Gesundheitspolitik bei
ThyssenKrupp oder auch die Arbeitszeitgestaltung bei
Gothaer Systems.
Eines ist Detlef Wetzel am Ende
seiner Reise klar geworden: Deutschland ist voll von
klugen, kreativen und zuweilen auch überraschenden
Lösungsansätzen, um die Zukunft guter Arbeit zu sichern.
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Detlef Wetzel Was Beschäftigte und Unternehmen verändern müssen
Verlag Herder Gebunden 200 Seiten 18,99 Euro (D) /
19,50 Euro (A) ISBN 978-3-451-31306-6
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